Modemeinwahl über Funkstrecke

Bekannte von mir wohnen auf Kreta in einer etwas abgelegenen Gegend. Ihr analoger Telefonanschluss kommt durch eine Funkstrecke zu Stande, über die sie mit einer von der Telefongesellschaft betriebenen Anlage in einem kleinen Hotel am Ort verbunden sind. Telefonieren kann man darüber einwandfrei und beim Abheben ist auch ein Freizeichen zu hören. Will man sich aber per Modem ins Internet einwählen, behauptet Windows, es könne kein Freizeichen erkennen, und verweigert den Verbindungsaufbau.

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Bekannte von mir wohnen auf Kreta in einer etwas abgelegenen Gegend. Ihr analoger Telefonanschluss kommt durch eine Funkstrecke zu Stande, über die sie mit einer von der Telefongesellschaft betriebenen Anlage in einem kleinen Hotel am Ort verbunden sind. Telefonieren kann man darüber einwandfrei und beim Abheben ist auch ein Freizeichen zu hören. Will man sich aber per Modem ins Internet einwählen, behauptet Windows, es könne kein Freizeichen erkennen, und verweigert den Verbindungsaufbau.

Die Fehlerbeschreibung deutet darauf hin, dass das von der Anlage gesendete Freizeichen eine andere Frequenz hat, als sie das Modem erwartet. Wenn Sie ein absolutes Gehör haben, dürften Sie den Unterschied hören und wohl auch sagen können, welche Frequenz das dortige Freizeichen hat; alternativ könnte man das auch erfragen oder messen.

So genau muss man das aber gar nicht wissen, weil man für die Einwahl die Freizeichenerkennung abschalten kann. Bei Windows macht man das in der Systemsteuerung im Kontrollfeld „Telefon- und Modemoptionen“. Öffnen Sie dort den Reiter „Modems“ und darin die Eigenschaften des Modems, bei dem die Freizeichen-Erkennung abgeschaltet werden soll. Dort deaktivieren Sie auf dem Reiter „Modem“ die Option „Vor dem Wählen auf Freizeichen warten“.

Ob die Einwahl danach klappt, ist allerdings fraglich: Manche Funkstrecken arbeiten mit verlustbehafteter Kompression, die auf die Übertragung menschlicher Sprache optimiert ist. Im GSM-Mobilfunk werden zum Beispiel bewusst solche Frequenzanteile ausgefiltert, die das menschliche Gehör nicht wahrnimmt. Das senkt den Bedarf an Übertragungskapazität. Dieselben Filter schneiden bei Modem-Modulationen, die wir als Pfeiftöne wahrnehmen, jedoch essentielle Informationen ab, sodass keine Datenübertragung gelingt. Wenn solche Filter nicht eingebaut sind und der Frequenzgang (3,1 kHz Bandbreite) sowie die Leitungsqualität den Modem-Ansprüchen genügen, sollte die Verbindung jedoch zu Stande kommen. (dz)