Prozessor-Wirrwarr

Was bedeuten Prozessor-Bezeichnungen wie Athlon 64 3000+ oder Celeron D 331? Und wie kann ich genau feststellen, welcher Prozessor in meinem System steckt?

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Von
  • Thorsten Leemhuis

Was bedeuten Prozessor-Bezeichnungen wie Athlon 64 3000+ oder Celeron D 331? Und wie kann ich genau feststellen, welcher Prozessor in meinem System steckt?

AMD und Intel benutzen zusätzlich zum Namen der Prozessorfamilie eine Modellnummer zur Unterscheidung der CPUs. Taktfrequenz, L2-Cache, Leistungsaufnahme und andere technische Angaben mit mehr oder weniger Aussagekraft über die Eigenschaften und die Geschwindigkeit bleiben dahinter verborgen.

AMD verwendet beim Sempron, Athlon 64 und Athlon 64 X2 eine „Quantispeed-Rating“ genannte Zahl zur Einordnung, etwa 3000+ oder 3800+, die anfangs ungefähr mit der Taktfrequenz eines Intel Pentium 4 vergleichbar war. Mittlerweile hinkt der Vergleich jedoch, weil aktuelle Pentium-4-Modelle bei gleichem Takt schneller sind als zum Zeitpunkt der Einstufung durch AMD und weil Intel ebenfalls Modellnummern nutzt. Jetzt helfen diese Angaben nur noch bei der Zuordnung innerhalb des AMD-Angebots. Obacht ist jedoch auch hier geboten, da AMD einige Prozessoren mit dem gleichen Quantispeed-Rating verkauft, die sich bei Takt, L2-Cache oder anderen Details unterscheiden. Verschlimmert wird dies durch das bei der Billigserie Sempron verwendete Quantispeed-Rating, das AMD relativ zu Intels Celeron ausrichtete und das sich daher nicht mit den Werten eines Athlon 64 vergleichen lässt. Ein Athlon 64 2800+ arbeitet daher bei vielen Anwendungen deutlich schneller als ein Sempron 2800+, bei einigen wird er allerdings von einem Sempron 3400+ überholt.

Intel gibt den neueren Prozessoren eine dreistellige Modellnummer: Die erste Ziffer gibt Auskunft über die Serie und die Marktpositionierung, die beiden dahinter stehen für die einzelnen Modelle mit unterschiedlicher Taktfrequenz und Ausstattung. Die 3er-Serie positioniert Intel im Niedrigpreissegment. Die Nummer 5 ist dem Pentium 4 mit 1 MByte L2-Cache vorbehalten, die 6 dem mit 2 MByte. Der 7er-Serie gehört derzeit ausschließlich der Pentium M an und der 8er-Serie nur der Dual-Core-Prozessor Pentium D. Gelegentlich hängt Intel der Zahl noch einen Buchstaben an, um besondere Funktionen kenntlich zu machen, ohne das jedoch einheitlich durchzuziehen. Beispielsweise laufen die drei Celeron-D-Modelle 330, 330J und 331 mit 2,6 GHz, das „J“ beim 330J steht für das Execute Disable Bit. Der J-lose 331 unterstützt diese Schutzfunktion ebenfalls und zusätzlich noch die 64-Bit-Erweiterung EM64T.

Beide Prozessorhersteller führen auf ihren Webseiten Listen und Datenblätter mit hinter den Modellbezeichnungen verborgenen Details. Dort stehen auch Programme zur Verfügung, mit denen sich eine CPU identifizieren lässt; die freien Tools CPU-Z und WCPUID leisten Ähnliches (siehe Soft-Link). Bei einigen Prozessoren lassen sich Informationen wie die Leistungsaufnahme allerdings nicht zweifelsfrei ermitteln, sondern man muss die aufgedruckte Identifikationsbezeichnung ablesen, zu der die Webseiten und Datenblättern exaktere Informationen bereithalten sollten.

http://ct.de/0519194 (thl)