PCI-Karte blockiert PC

Ich bekomme meine WLAN-Karte (eine PCI-Karte mit Broadcom-Chip von Belkin) in meinem Pentium-4-PC nicht zum Laufen: Bei eingesteckter Karte bootet der Rechner nach der Festplattenerkennung einfach nicht weiter. Das Verhalten ist immer gleich, egal welchen PCI-Slot ich ausprobiere. Im BIOS-Setup des MSI-OEM-Boards (MS-6703 mit SiS648-Chipsatz) lässt sich kaum etwas verstellen. Gibt es Abhilfe?

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Ich bekomme meine WLAN-Karte (eine PCI-Karte mit Broadcom-Chip von Belkin) in meinem Pentium-4-PC nicht zum Laufen: Bei eingesteckter Karte bootet der Rechner nach der Festplattenerkennung einfach nicht weiter. Das Verhalten ist immer gleich, egal welchen PCI-Slot ich ausprobiere. Im BIOS-Setup des MSI-OEM-Boards (MS-6703 mit SiS648-Chipsatz) lässt sich kaum etwas verstellen. Gibt es Abhilfe?

Wir hören ab und zu von ähnlichen Kompatibilitätsproblemen. In den letzten Jahren ging es dabei häufiger auch um USB-2.0-PCI-Adapterkarten, ältere SCSI- sowie IDE-RAID-Hostadapter oder PCMCIA-/CardBus-PCI-Adapter. Manche PCs booten gar nicht mehr, wenn eine solche Karte im PCI-Slot steckt, in weniger schweren Fällen wird die Karte nicht erkannt oder es kommt zu Abstürzen.

Es ist schwierig, eine konkrete Ursache für die Kompatibilitätsprobleme zu finden. In einigen Fällen setzen die PCI-Adapterchips der Karten voraus, dass der PCI-Bus des Mainboards bestimmte neuere Spezifikationen einhält; mit PCI 2.2 wurde beispielsweise zusätzlich zur 5- und 12-Volt-Versorgung der Geräte am Bus die vorher optionale 3,3-Volt-Schiene verbindlich vorgeschrieben. Es ist aber auch möglich, dass das Mainboard-BIOS bestimmte Ein-/Ausgabe-Adressbereiche nicht freigibt, die die Karte belegen möchte. Unter Umständen versucht das Board-BIOS auch, eine nicht vorhandene Funktion der PCI-Karte zu nutzen. Es sind aber noch viele andere potenzielle Fehlerursachen denkbar. Wenn ein BIOS-Update des Mainboards keine Abhilfe bringt (oder gar nicht erst verfügbar ist), kann man noch ein paar Tricks ausprobieren. Dazu gehört es, die Karte in unterschiedlichen PCI-Slots zu testen, mit den BIOS-Setup-Optionen für die IRQ-Zuordnung zu experimentieren und andere PCI-Parameter (Delayed Transaction, Plug-and-Play OS installed) sowie potenziell Speicher belegende Optionen (USB Legacy Support) und Boot-Spezialiäten (Boot from LAN, PXE Boot, Boot from USB, ...) abzuschalten.

Manche Mainboard-Hersteller pflegen Kompatibilitätslisten für ihre Produkte, das ist vor allem bei Server- und Workstation-Boards nicht selten. Sind solche Listen vorhanden, sollte man sich beim Kauf von PCI-Erweiterungskarten daran orientieren. Die Typenangaben sollte man unbedingt genau beachten - gerade Mehrprozessor-Mainboards sind nach unserer Erfahrung äußerst wählerisch. (ciw)