Umweltschützer fordern "Kennzeichnungspflicht" für Handys

Auch der deutsche Gesetzgeber soll dafür sorgen, dass Handy-Hersteller ihre Produkte als potenziell gesundheitsgefährdend ausweisen.

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Auch der deutsche Gesetzgeber soll dafür sorgen, dass Handy-Hersteller ihre Produkte als potenziell gesundheitsgefährdend ausweisen. Dies fordert die Jugend im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, BUNDjugend, heute in Berlin.

"Handys sind keine Spielzeuge. Auch wenn die gesundheitlichen Folgen der Nutzung noch nicht klar abzustecken sind, müssen die Käufer auf die in zahlreichen Untersuchungen belegten Gefahren hingewiesen werden", fordert Gundolf Thurm, Bundessprecher der BUNDjugend. Die Handy-Industrie solle daher, ähnlich wie Zigarettenhersteller, einen Warnhinweis auf Mobiltelefone drucken. Während Großbritannien noch in diesem Jahr ein entsprechendes Gesetz auf den Weg bringen will, sehen die deutschen Behörden derzeit offensichtlich keinen dringenden Handlungsbedarf. Die Diskussionen über geeignete Maßnahmen seien in der Anfangsphase, sagte Frauke Stahmer, Sprecherin des Bundesumweltministeriums, gegenüber c't. Details wollte sie hierzu allerdings nicht nennen.

Neue Studien und Berichte hatten in der letzten Woche die Diskussion um das Gefahrenpotenzial der kleinen ständigen Begleiter entfacht. So sah es der Wissenschaftler Gerard Hyland in einem in der britischen Medizinwissenschaftszeitschrift The Lancet veröffentlichten Artikel als erwiesen an, dass die niedrigfrequente Handy-Strahlung durch nicht-thermische Auswirkungen bei Personen unter 18 Jahren gesundheitliche Beeinträchtigungen verursache. Forscher der Universität Zürich konnten nachweisen, dass die elektromagnetischen Felder von Handys die Hirnfunktion während des Schlafs beeinflussen. Die Ergebnisse ihrer Studie veröffentlichten sie in der Fachzeitschrift Neuroreport. (atr)