Nforce-Mainboard will nicht ĂĽbers Netz booten
Mir gelingt es einfach nicht, einen PC mit Nvidia-Chipsatz über das Netzwerk zu booten. Das Problem scheint mit dem integrierten Netzwerk-Controller zusammenzuhängen - er hat schlichtweg keine MAC-Adresse. Kann das sein?
Mir gelingt es einfach nicht, einen PC mit Nvidia-Chipsatz über das Netzwerk zu booten. Das Problem scheint mit dem integrierten Netzwerk-Controller zusammenzuhängen - er hat schlichtweg keine MAC-Adresse. Kann das sein?
Das ist durchaus möglich, denn uns sind zahlreiche ähnliche Probleme mit Netzwerk-Adaptern bekannt, die in Mainboard-Chipsätzen integriert sind. Wahrscheinlich bringt nur ein BIOS-Update des Mainboard- oder PC-Herstellers Abhilfe.
Jeder Ethernet-Adapter (genauer dessen MAC, der Media Access Controller) benötigt eine weltweit eindeutige Adresse, die typischerweise in seiner Firmware residiert. Bei Mainboards mit Onboard- oder Chipsatz-LAN steckt die MAC-Adresse meistens in einem speziellen Bereich des Flash-Chips, der auch den BIOS-Code speichert. Manchmal schlampt der Mainboard-Hersteller, dann kommt es zu Fehlern wie doppelten oder fehlenden MAC-Adressen, die zu schwer auffindbaren Netzwerk-Problemen führen - Abhilfe schafft dann meist nur ein BIOS-Update.
Bei manchen älteren Mainboards kann die MAC-Adresse auch durch ein BIOS-Update „verloren gehen“; die Firma ASRock etwa offeriert für die Boards K7VT4A+ und K7VM3 (mit VIA-Chipsätzen) ein DOS-Utility, mit dem man die auf einem Aufkleber aufgedruckte MAC-Adresse manuell setzen kann. Manchmal erlauben auch die Windows-Treiber, per Geräte-Manager die MAC-Adresse des LAN-Adapters einzustellen.
Bei einigen Nvidia-Chipsätzen treten kompliziertere Pannen auf, weil deren Netzwerk-Controller Zusatzfunktionen wie eine integrierte Firewall oder Teaming/Trunking (DualNet) bieten. Wenn man diese Chipsätze mit dem zugehörigen Windows- oder Linux-Treiber verwendet, fallen diesbezügliche Bugs im Mainboard-BIOS meistens nicht auf. Doch wenn man die Funktionen des Preboot Execution Environment (PXE) nutzen möchte, um einen PC mit Nvidia-Chipsatz über den integrierten LAN-Adapter von einem Netzwerk-Server zu booten, drohen Komplikationen. Laut FAQ auf der Nvidia-Webseite wurden einige Fehler in PXE-Software-Versionen ab 201.x korrigiert. Die Versionsnummer bekommt man heraus, indem man im BIOS-Setup das Booten per LAN aktiviert; beim nächsten Booten erscheint dann eine Meldung wie „PXE Boot Agent“ mit der Versionsnummer.
Es exisitieren aber offenbar auch noch andere BIOS-Bugs im Zusammenhang mit der PXE-Funktion und den MAC-Adressen von Nvidia-Chipsätzen, denn Hinweise dazu tauchen immer wieder bei BIOS-Updates verschiedener Mainboard-Hersteller auf. So muss man zur Installation von Windows über das LAN (Remote Installation Services, RIS) einen speziellen Treiber einbinden: Erst der Nvidia Network Resource Manager (NVNRM) nämlich sorgt dafür, dass das Betriebssystem die eigentlichen Netzwerk-Schnittstellen hinter einer ebenfalls im Chipsatz integrierten PCI-Bridge erkennt und die passenden Treiber installieren kann; bei der gewöhnlichen Windows-Installation verwendet man die ForceWare-Chipsatztreiber, bei denen der NVNRM eingebunden ist.
Wenn alles nichts hilft, muss man den mitbezahlten LAN-Port auf dem Mainboard abschalten und einen PXE-fähigen Ethernet-Adapter für den PCI- oder PCI-Express-Steckplatz nachkaufen. (ciw) (ciw)