Telekom will politische Mandate von Mitarbeitern nutzen

Die Deutsche Telekom will offenbar ihre Lobby-Arbeit auf allen politischen Ebenen verstärken.

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Von
  • Wolfgang Stieler

Die Deutsche Telekom will offenbar ihren Einluß auf allen politischen Ebenen verstärken. Nach einem Bericht in der heute erscheinenden Ausgabe der Illustrierten Stern wurden die Telekom-Direktoren und -Abteilungsleiter aufgefordert, unter den Mitarbeitern diejenigen ausfindig zu machen, die "Mandate in Parlamenten oder sonstige politische Funktionen" innehätten. Der Stern zitiert ein firmeninternes Schreiben, in dem es heißt, politische Mandatsträger könnten "als Multiplikatoren dienen, indem sie unsere Positionen in die jeweiligen politischen Gremien einbringen". Außerdem sollen sie "eine Art Frühwarnfunktion ausüben, indem sie auf relevante Themen, die in den Gremien diskutiert werden, aufmerksam machen".

Telekom-Sprecher Ulrich Lissek bestätigte den Bericht. "Das hört sich sehr dramatisch an, aber in der Kernaussage ist es richtig", erklärte Lissek gegenüber c't. "Das ist doch das normalste von der Welt". Selbstverständlich ende der politische Einsatz für das Unternehmen allerdings dort, wo die politische Arbeit beginne: "Bei Vergabeverfahren oder ähnlichem kann selbstverständlich keiner mitstimmen, der befangen ist". Viel mehr ginge es der Telekom um die zitierte Frühwarnfunktion. "Ich glaube, das erwartet jedes Unternehmen von seinen Mitarbeitern". (wst)