Die Compact Disc speckt ab

Die amerikanische Firma ThinDISC hat in vierjähriger Arbeit eine superdünne, flexible Disc entwickelt, die sogar um Dosen gewickelt werden kann.

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Die amerikanische Firma ThinDISC hat eine so genannte Thindisc entwickelt, die nur ein Fünftel so dick wie herkömmliche Compact Discs ist. Wichtig für die Industrie dürfte dabei sein, dass das neue Medium so flexibel ist, dass sie nach Herstellerangaben sogar um Limonadendosen gewickelt werden kann ohne zu brechen. Zukünftig könnten die Konsumenten den Beipack-CDs dann bei fast keinem Produkt mehr entkommen können. Die höhere Belastbarkeit zahlt sich aber auch bei CDs aus, die Magazinen beigelegt werden: Bei Thindiscs muß künftig nicht mehr bis zum Ende des Druckprozesses gewartet werden, bis die Disc beigelegt wird.

Die ersten Kunden sollen nach Vorstellung von ThinDISC dann auch aus dem Werbe- und Medienbereich kommen. So könnten Promotion-Aktionen von Getränkeherstellern aufgepeppt werden oder Provider die neueste Version ihrer Zugangssoftware noch besser unter das Volk bringen. Ebenso könnte man sich aber vorstellen, Discs mit Sicherheitsvideos um Arzneiflaschen, Bohrmaschinen und ähnliches zu wickeln, meint Firmengründer Matthew Leek. Allerdings müßten die Arzneiflaschen dafür wohl schon eine beträchtliche Größe haben.

Der Ingenieur Leek gründete die in Kalifornien beheimatete Firma ThinDISC gemeinsam mit Tam Steele, der zuvor im Druck- und Direktversandbereich tätig war, im Jahre 1996. Privatinvestoren und die Film- und TV-Post-Production-Firma Rainmaker (die unter anderem die dem Buch "DVD Demystified" beiliegende DVD produzierte) stellten das Startkapital von 4,1 Millionen US-Dollar zur Verfügung. Die Firma arbeitete seither an der Thindisc. Nun will das Unternehmen weitere 20 Millionen US-Dollar auftreiben, um ihre Fabrik fertigzustellen und die Serienproduktion zu starten.

Allerdings gibt es auch etliche Kritiker, die den Erfolg der Thindisc in Frage stellen. Sie geben zu bedenken, dass nicht nur die Hersteller der Discs ihre bisherigen Anlagen modifizieren, sondern auch die Kunden einen kleinen Plastikring einsetzen müßten, um die Thindiscs in gewöhnlichen CD- und DVD-Playern sowie CD-ROM-Laufwerken abspielen zu können. (nij)