SCSI unüblich?

Meinen alten Rechner habe ich mit neuem Mainboard (Asus M2N32-SLI Deluxe), CPU und Speicher aufgerüstet. Das System sollte weiterhin (auch) von einer SCSI-Festplatte booten. Mein Tekram-Hostadapter DC-395 wurde auch erkannt, doch mit Entsetzen habe ich festgestellt, dass im BIOS-Setup der Eintrag fehlt, um das SCSI-System in die Boot-Reihenfolge einzubringen - ist das bei allen neuen Boards so?

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Meinen alten Rechner habe ich mit neuem Mainboard (Asus M2N32-SLI Deluxe), CPU und Speicher aufgerüstet. Das System sollte weiterhin (auch) von einer SCSI-Festplatte booten. Mein Tekram-Hostadapter DC-395 wurde auch erkannt, doch mit Entsetzen habe ich festgestellt, dass im BIOS-Setup der Eintrag fehlt, um das SCSI-System in die Boot-Reihenfolge einzubringen - ist das bei allen neuen Boards so?

Nein, aber mit älteren SCSI-Hostadaptern scheint es auf neueren Mainboards vergleichsweise häufig Probleme zu geben. Grundsätzlich ist das Booten von SCSI-Laufwerken bei neueren Desktop-PC-Mainboards eine eher selten genutzte Funktion und wird offenbar nicht mehr vorrangig von den Board-Herstellern unterstützt.

Es gibt auch technische Gründe für die „SCSI-Vernachlässigung“: Aktuelle Chipsätze enthalten mehrere integrierte Controller für SATA- und IDE-Laufwerke, dazu kommen auf teureren Boards meistens noch weitere (RAID-taugliche) SATA-Hostadapter. Das BIOS bindet also bereits mehrere bootfähige „Storage“-Hostadapter ein; dazu kommen noch Emulationsroutinen zur bootfähigen Einbindung von USB-Speichermedien sowie zum Anschluss von USB-Eingabegeräten. Zudem bauen moderne BIOSse komplizierte ACPI-Tabellen auf, die das Betriebssystem statt der früher üblichen Plug&Play-Informationen für die Konfiguration von PCI-Geräten nutzt.

Die Emulationsroutinen und Onboard-Controller belegen Speicheradressen, die ein PCI-SCSI-Hostadapter möglicherweise für den Datenaustausch oder seine Firmware benötigt. Die Programmierer des Mainboard-BIOS müssen deshalb einen Kompromiss zwischen den neuen Funktionen und den Anforderungen alter Erweiterungskarten finden.

Bei einem Kurztest mit einem AM2-Mainboard mit GeForce-6150SE-Chipsatz und sieben U2W-SCSI-Hostadaptern bootete das System von fünf Adaptern (Adaptec AHA-2940UW, Symbios Logic SYM8951U, Tekram DC-390U3W, DC-390U4B, DC-390U4W), mit dem NCR-8251S und dem Symbios Logic SYM8751SP hängte sich das System jeweils auf. Ein Experiment mit FreeDOS zeigte auch, dass die SCSI-Adapter unterschiedliche Speicheradressen belegen: Beim Einsatz der Adaptec-Karte ließ sich der Speichermanager EMM386 nicht laden, was sonst funktionierte.

Inkompatibilitäten zwischen aktuellen Boards und PCI-SCSI-Hostadaptern lassen sich oft nur durch Firmware- oder BIOS-Updates beseitigen. Möglicherweise ist aber auch nur eine der bei neueren Boards oft sehr zahlreichen Optionen im BIOS-Setup falsch gesetzt. Probieren Sie aus, ob Einstellmöglichkeiten wie „Boot Other Device“, „Option ROM Scan“, „PXE Boot“, „LAN Option ROM“ oder „USB Emulation“ positiven Einfluss haben; eventuell zeigen die jeweils erst nach einem Neustart Wirkung. Manchmal reicht es auch schon, die SCSI-Karte in einen anderen PCI-Slot zu stecken. (ciw) (ciw)