Praxis-Test: Ladegeräte für Kamera- und Universal-Akkus

Auf Reisen ist es praktisch, wenn man nicht für jedes Akku-betriebene Gerät ob Kamera, Smartphone oder Blitzgerät ein eigenes Ladegerät mitnehmen muss. Hama und Ansmann bieten Universallader an, die viele Eventualitäten abdecken.

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Wer auf Reisen geht, nimmt häufig einen ganzen Gerätepark mit. Jedes Utensil besitzt eine individuelle Stromversorgung und benötigt oft auch ein eigenes Ladegerät. Während sich Smartphones und Tablets inzwischen über ihre USB-Anschlüsse aufladen laden lassen, kocht jeder Kamerahersteller meist noch sein eigenes Süppchen. Nur wenige Modelle lassen sich per USB aufladen und selbst innerhalb eines Herstellers ist kaum ein Akku kompatibel zum anderen. So muss man für jede Kamera egal ob DSLR, Systemkamera oder Kompakte ein eigenes Ladegerät mitschleppen. Kommen dann noch Standardakkus für Blitzgerät oder Taschenlampe hinzu erweitert sich das Lade-Equipment nochmals.

Das Delta Ovum lädt neben gängigen Kameraakkus auch Universalzellen.

Gerade hat der Zubehörhersteller Hama unter dem Namen Delta Ovum LCD ein neues Universalladegerät vorgestellt, das wir an dieser Stelle gegen das Powerline Vario von Ansmann antreten lassen. Die ebenfalls bekannten Ladegeräte von Pixo C3 und C4 – Made in Germany – sind nur noch als Restposten erhältlich. Sie galten lange Zeit als Vorbild für die universellen Kamera-Akkulader. Die Pixo-Internetseite ist nicht mehr erreichbar, der deutsche Hersteller bestätigte auf Anfrage, dass er die Entwicklung eingestellt habe. Er hat Aktivitäten nun auf Ersatzteile von Kabrios verlegt – auch eine Lösung.

Die beiden Universallader von Hama und Ansmann sind sehr ähnlich aufgebaut und bieten nahezu identische Einsatzmöglichkeiten. Beide eignen sich für Li-Ionen- und Li-Polymehr-Akkus mit Spannungen von 3,6 V/3,7 V oder 7,2 V/7,4 V. Alternativ nimmt die Ladeschale auch 1,2-V-Standard-Zellen im AA- oder AAA-Format auf. Beide Geräte bieten auch einen USB-Anschluss, um Smartphones oder ähnliches aufzuladen. Bei Hama ist der Anschluss in der Ladeschale eingebaut, bei Ansmann ist das Netzteil selbst mit einer solchen Buchse ausgestattet. Der maximale Ladestrom beträgt bei beiden Geräten 1000 mA (am USB-Anschluss) er reduziert sich jedoch beim Einsatz von Akkus auf Werte zwischen 500 mA und 650 mA.

Das Ansmann Powerline Vario besitzt ein USB-Netzteil wie man es beispielsweise von Smartphones kennt.

Beide Ladegeräte sollen beliebige Kamera-Akkus erkennen und laden. Wir haben sie mit unterschiedlichen älteren und aktuellen Kamera-Akkutypen verschiedener Hersteller (Canon, Fujifilm, Nikon, Olympus, Panasonic, Pentax, Sony) konfrontiert. In der Regel klappte alles reibungslos. Die Ladekontakte ließen sich ohne Probleme an die mechanischen Gegebenheiten der Akkus anpassen. Bei unseren Tests gab es nur einen Problemfall und zwar das Akku-Modell LP-E6N von Canon. Er sitzt unter anderem in der aktuellen EOS 80D. Bereits die älteren Pixo-Ladegeräte hatten Probleme mit dem Typen, da die Kontakte so eng zusammen sitzen, dass sich die Ladekontakte nicht mehr in die Schlitze einführen ließen. Beim Ansmann passt der Akku zwar mechanisch, aber es kommt keine elektrische Verbindung zustande. Offensichtlich sind die Kontaktfahnen etwas zu dünn geraten. Das Laden ist so nicht möglich. Der Hama dagegen erkennt den Akku ohne Probleme und lädt ihn auch.

Sowohl der Hama Delta Ovum als auch der Powerline Vario von Ansmann eignen sich als Universallader für unterwegs. Im Test gab es nur mit einem Akku-Typ von Canon Kontaktprobleme. Der maximale Ladestrom am USB-Port beträgt bei beiden ein Ampere, reduziert sich aber beim Einsatz der Ladeschale. Hier dürfte es ruhig etwas mehr sein. Das Konzept des Ansmann-Gerätes ist etwas praktischer, da es über ein universelles USB-Netzeil betrieben wird und sich somit wiederum auch für Smartphones und Tablets eignet. Die Ladeschale ließe sich alternativ sogar per Powerbank betreiben. Beide Hersteller legen als Zubehör noch einen Adapter für 12-V-Kfz-Elektrik bei. Mechanisch gefiel uns das Hama-Modell etwas besser, da die Kontakte für die Kamera-Akkus in der Mitte liegen und so mehr Halt gewährleisten und die Akkuklemme in der Endposition einrastet, was die Handhabung erleichtert. Darüber hinaus lädt das Delta Ovum Universalakkus auch einzeln, das Powerline Vario hingegen nur im Doppelpack. Die Preise für beide Geräte liegen dicht beieinander, das Ansmann Powerline Vario kostet rund 30 Euro, das Delta Ovum von Hama (ab 14,95 €) etwa 35 Euro. (pen)