Millionen-Gewinnspiel im Internet für Auskunftswillige

Mit einem Gewinnspiel, bei dem eine Million Mark verlost wird, will die Cyquest Internet AG Daten über die Teilnehmer sammeln, um diese gezielt bewerben zu können.

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Mit einem Gewinnspiel, bei dem eine Million Mark verlost wird, will die Cyquest Internet AG ab dem morgigen Dienstag sowohl die Verbraucher als auch die werbetreibende Industrie von ihrem Marketingmodell überzeugen. Die Teilnehmer müssen innerhalb von fünf Wochen Fragen zu ihren Interessen beantworten und eine Reihe von Stationen im Internet besuchen, um sich über die dort angebotenen Leistungen zu informieren. Dabei wird ein Profil über sie angelegt, das weitere Anhaltspunkte über ihre Vorlieben liefern soll.

Auf solchen Interessenprofilen beruht das Marketingmodell von Cyquest. Die Firma tritt als Vermittler auf, der im Auftrag von Anbietern Werbung nur an solche Verbraucher weiterleitet, deren Profil zu den beworbenen Produkten oder Dienstleistungen passt. Ziel des Gewinnspiels sei es, solche Profile "spielerisch" zu erfassen, erklärte Unternehmenssprecherin Katja Kraut gegenüber heise online. Wer daran teilnimmt, werde später auch Werbung per E-Mail erhalten. Er könne aber jederzeit die Löschung seiner Daten veranlassen.

Cyquest betont, dass keine Personendaten an Dritte verkauft werden. Erst wenn der Kunde sich für ein bestimmtes Angebot konkret interessiere, komme er in direkten Kontakt mit dem entsprechenden Unternehmen. Cyquest habe seine Datenschutzrichtlinien in Abstimmung mit dem Hamburger Datenschutzbeauftragten erarbeitet und achte auf die Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben.

Während des Gewinnspiels müssen die Teilnehmer Websites von Werbekunden besuchen. So sollen sie sich beispielsweise bei der Citibank über Homebanking informieren, was ungefähr vier Minuten dauert. Cyquest erhält dafür Geld von der Citibank. Insgesamt sollen die Teilnehmer in den kommenden fünf Wochen zweieinhalb bis drei Online-Stunden mit dem Gewinnspiel zubringen. Der Einsatz entspricht also dem Porto von drei bis fünf Postkarten.

Der Veranstalter rechne zwar mit 100 000 Teilnehmern, doch das hohe Preisgeld werde sich nicht allein über die damit verbundenen Werbeeinnahmen finanzieren lassen, sagte Kraut. Trotzdem garantiere das Cyquest die Gewinnauszahlung. Alle Teilnehmer, die bis zum 29. November die vorgegebene Tour durchs Internet absolviert haben, dürfen in einer weiteren Runde Aufgaben gegen die Uhr lösen. Die zehn Schnellsten können dann am 6. Dezember in Hamburg teilnehmen, wenn die Million unter notarieller Aufsicht ausgespielt wird.

Vor dem Finale in Hamburg überprüft Cyquest die Angaben der Teilnehmer. Stellt sich dabei beispielsweise heraus, dass ein Kandidat ein falsches Alter angegeben hat und noch minderjährig ist, so darf er nicht weiter mitspielen. Cyquest hofft daher, dass die meisten Teilnehmer korrekte Angaben machen und die gewonnenen Interessensprofile realistisch ausfallen. Kraut räumte die Möglichkeit von Falschangaben ein. Man müsse eben noch Erfahrungen mit diesem Marketingmodell sammeln. (ad)