Verschollen im ADS

Weil CapsLock eingeschaltet war, habe ich beim Entpacken von Dateien mit WinRAR anstelle des Punkts für „hierher“ (.) entpacken versehentlich einen Doppelpunkt eingegeben. Nun habe ich in einem Verzeichnis einige unsichtbare Dateien – existieren müssen sie, da WinRAR bei erneutem Versuch nachfragte, ob er überschreiben soll oder nicht. Außerdem ist der freie Plattenplatz auf der NTFS-Partition genau um die entsprechenden Dateigrößen verringert. Auch das einfache Löschen des entsprechenden Verzeichnisses ist nun nicht mehr möglich. Gibt es ein Tool (unter Windows XP), mit dem man die Dateinamen um den Doppelpunkt erleichtern kann, um damit wieder Zugriff auf die Dateien zu erhalten?

vorlesen Druckansicht
Lesezeit: 2 Min.

Weil CapsLock eingeschaltet war, habe ich beim Entpacken von Dateien mit WinRAR anstelle des Punkts für „hierher“ (.) entpacken versehentlich einen Doppelpunkt eingegeben. Nun habe ich in einem Verzeichnis einige unsichtbare Dateien – existieren müssen sie, da WinRAR bei erneutem Versuch nachfragte, ob er überschreiben soll oder nicht. Außerdem ist der freie Plattenplatz auf der NTFS-Partition genau um die entsprechenden Dateigrößen verringert. Auch das einfache Löschen des entsprechenden Verzeichnisses ist nun nicht mehr möglich. Gibt es ein Tool (unter Windows XP), mit dem man die Dateinamen um den Doppelpunkt erleichtern kann, um damit wieder Zugriff auf die Dateien zu erhalten?

Ihre Dateien sind in sogenannten Alternate Data Streams (ADS) gelandet. Diese NTFS-Spezialität dient eigentlich dazu, Meta-Informationen zu Dateien und Ordnern aufzunehmen, es lassen sich aber beliebige Daten in ihnen speichern. Genaueres zu ADS stand zum Beispiel in c't 1/08, S. 180.

Die Namen von ADS werden von den sie enthaltenden Datei- oder Verzeichnisnamen durch einen Doppelpunkt abgetrennt. So erzeugt der Befehl

echo "Dies ist ein Test" > Datei.txt:Test

eingegeben in einer Eingabeaufforderung einen zu Datei.txt gehörigen ADS namens Test. Lässt man den eigentlichen Dateinamen weg, also

echo "Dies ist ein Test" > :Test

speichert NTFS den ADS als zum aktuellen Verzeichnis gehörig – ob das ein Bug oder ein Feature ist, wird wohl Microsofts Geheimnis bleiben.

Anzeigen lassen können Sie sich das Vorhandensein von ADS zum Beispiel mit dem im oben genannten Artikel vorgestellten Tool ctTrueSize. Zum Löschen von ADS können Sie auf der Kommandozeile Mark Russinovichs Programm Streams verwenden; als grafisches Tool hat sich der ADS Spy von Merijn bewährt. Ein Tool, das den Inhalt von ADS in herkömmliche Dateien verwandeln könnte, ist uns nicht bekannt.

Soft-Link (hos)