Vermeintlich alte RPM-Pakete
Ich habe mein Fedora 7 auf die Version 9 aktualisiert. In der mit rpm -qa angezeigten Liste installierter RPMs tragen einige Pakete aber noch ein „fc7“ in der Bezeichnung. Ist das Update unvollständig?
- Dr. Egbert Meyer
Ich habe mein Fedora 7 auf die Version 9 aktualisiert. In der mit rpm -qa angezeigten Liste installierter RPMs tragen einige Pakete aber noch ein „fc7“ in der Bezeichnung. Ist das Update unvollständig?
Viele Fedora-Pakete enthalten in der Release-Angabe einen sogenannten Disttag, der kennzeichnet, auf welcher Version der Distribution das RPM konstruiert wurde. Bei häufiger aktualisierten Paketen wie dem Linux-Kernel, der Glibc oder den Bestandteilen von Gnome findet sich daher bei Fedora 9 auch das für Fedora Collection 9 stehende „fc9“ in der RPM-Angabe. Bei manchen seltener aktualisierten Anwendungen sowie reinen Dokumentations- und Datenpaketen gibt es aber manchmal über Monate keinen Grund, ein RPM neu zu erstellen. Die Entwickler verwenden daher ein für Fedora 7 übersetztes Paket gelegentlich bei den Folgeversionen erneut; das spart Platz auf den Servern und dem Anwender unnötige Downloads.
Um installierte Pakete mit „fc7“ in der Bezeichnung muss man sich daher eigentlich keine Sorgen machen. Gelegentlich kommt es allerdings vor, dass doch alte RPMs auf der Platte zurückbleiben. Die sollte man besser deinstallieren, da sie keine Fehlerkorrekturen mehr erhalten und meist früher oder später beim Einspielen von (Sicherheits-)Updates stören. Dabei ist das zu den yum-utils gehörende Programm package-cleanup hilfreich, das mit der Option „--orphans“ alle installierten Pakete anzeigt, die keines der aktiven RPM-Depots mehr anbietet. Die so aufgefundenen Pakete kann man anschließend entfernen.
Auch unter Red Hat Enterprise Linux (RHEL) 5 finden sich bei der Auflistung aller RPMs gelegentlich Pakete, die ein „fc6“ kennzeichnet. Auch darum braucht man sich nicht zu sorgen, denn die Red-Hat-Entwickler nutzten Fedora Core 6 als Basis für RHEL 5 und haben zahlreiche RPM-Pakete direkt aus der Community-Distribution übernommen; diese tragen daher vielfach noch den Disttag von Fedora. (thl) (em)