PIO ohne Not

Seit Neuestem bremst das DVD-Laufwerk mein Windows XP spürbar aus; sogar Tastatureingaben verzögern sich. Wie kam es dazu und was kann ich dagegen tun? Das Laufwerk ist per IDE angeschlossen.

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Von
  • Gerald Himmelein

Seit Neuestem bremst das DVD-Laufwerk mein Windows XP spürbar aus; sogar Tastatureingaben verzögern sich. Wie kam es dazu und was kann ich dagegen tun? Das Laufwerk ist per IDE angeschlossen.

Vermutlich spricht Windows das optische Laufwerk im PIO-Modus an, bei dem alle Datentransfers ressourcenfressend durch den Prozessor koordiniert werden. Kontrollieren Sie dies über den Geräte-Manager (Start/Ausführen/devmgmt.msc), indem Sie dort unter „IDE ATA/ATAPI-Controller“ die Eigenschaften des primären und sekundären IDE-Kanals öffnen. Im Karteireiter „Erweiterte Einstellungen“ sollte die Option Übertragungsmodus auf „DMA, wenn verfügbar“ stehen. Darunter zeigt Windows neben „Aktueller Übertragungsmodus“ an, wie die Datenübertragung momentan stattfindet.

Steht an dieser Stelle „PIO-Modus“, hat Windows den Datentransfermodus heruntergeregelt. Damit reagiert das Betriebssystem meist auf Übertragungsfehler vom Medium auf die Festplatte – Windows reduziert zuerst das Zugriffstempo und stuft schließlich auch den Transfermodus zurück (siehe Knowledge-Base-Artikel 817472). Derartige Übertragungsfehler können durch Hardware-Defekte oder ein locker sitzendes Kabel ausgelöst werden, aber auch durch ein zerkratztes Medium mit nicht korrigierbaren Fehlern.

Auf einigen Systemen setzt Windows den Transfermodus nicht wieder auf DMA zurück, obwohl dieses Manko eigentlich mit Service Pack 2 beseitigt werden sollte. Der einfachste Weg zum Zurücksetzen der Einstellung besteht darin, den betroffenen IDE-Kanal im Geräte-Manager zu deinstallieren (Rechtsklick auf den Eintrag, „Deinstallieren“) und den Rechner neu zu starten. Beim nächsten Besuch im Geräte-Manager sollte „Aktueller Übertragungsmodus“ wieder einen Ultra-DMA-Modus anzeigen.

Eine Wiederholung des Vorfalls lässt sich per Registry-Änderung verhindern – die ist allerdings nicht ganz unkompliziert und lässt sich nicht mit einer .REG-Datei automatisieren. Unter HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Class\{4D36E96A-E325-11CE-B FC1-08002BE10318} findet sich eine Reihe von vierstelligen numerischen Einträgen, beginnend mit 0000. Finden Sie den Schlüssel, bei dem DriverDesc den Wert „Primärer IDE-Kanal“ beziehungsweise „Sekundärer IDE-Kanal“ trägt. Erzeugen Sie in diesem Registry-Ast einen neuen DWORDnamens ResetErrorCounterOnSuccess und setzen Sie seinen Wert auf 1. Beim nächsten defekten Medium sollte Windows nach Abarbeiten der fehlerhaften Bereiche den Transfermodus selbstständig wieder auf Ultra-DMA setzen.

Soft-Link 0905166 (ghi)