Solar-Drohnenboot hängt im Atlantik fest

Die schwimmende Drohne Solar Voyager versucht, autonom und mit Sonnenkraft den Atlantik zu überqueren. Südlich von Neuschottland dürfte sie sich nun in einem Fischnetz verheddert haben.

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Boot im Wasser

Solar Voyager

(Bild: Christopher Sam Soon, Isaac Penny)

Lesezeit: 3 Min.

Seit 1. Juni versucht eine schwimmende Drohne, mit Solarenergie den Atlantik zu überqueren. Doch seit bald einer Woche hängt das Boot namens Solar Voyager südöstlich Neuschottlands fest. Es dürfte sich in einem Schleppnetz verheddert haben. Die Betreiber des Experiments arbeiten in Singapur und flehen um Hilfe eines guten Samariters. Bislang vergeblich.

Die Fahrtroute Solar Voyagers wurde plötzlich erratisch.

(Bild: Screenshot)

Solar Voyager ist ein Projekt des Mauritiers Christopher Sam Soon und des US-Amerikaners Isaac Penny. Sie arbeiten in Singapur und haben in ihrer Freizeit das kleine solargetriebene Wasserfahrzeug entwickelt. Sie erhielten Unterstützung von Isaacs Vater David sowie einem nur als Randy vorgestellten Schweißer.

Am 1. Juni ist die Drohne von Gloucester im US-Bundesstaat Massachusetts aufgebrochen. Sie sollte bei einem beschaulichen Tempo von bis zu vier Stundenkilometern die kürzeste Route nach Lissabon in Portugal einschlagen. Die Betreiber erwarteten eine Überfahrtsdauer von vier Monaten. Die ersten zweieinhalb Wochen verlief die ostwärts gerichtete Reise ohne grobe Probleme.

Szene vom Bau des Boots

(Bild: Christopher Sam Soon, Isaac Penny)

Doch am Samstag begannen beide Propeller zwischenzeitlich auszufallen, wie die Projektbetreiber auf Twitter mitteilten. Sie erklären sich das mit einem Verheddern in einem Netz. Doch noch ging die Reise weiter: Das Boot dürfte von einem Schiff gezogen worden sein. Diese Mitfahrt dürfte flott gewesen sein, dass das primäre Satellitenmodem unter die die Wasserlinie gedrückt wurde. Es übermittelte nichts mehr. Das Backup-Modem schickte aber noch Daten.

Nach mehr als zwei Stunden wurde die Leine gekappt, oder das Boot kam auf andere Weise frei. Allerdings steckt seither das Ruder auf einer Seite fest. Außerdem lässt sich eine der beiden Schiffsschrauben nicht mehr aktivieren. Das kann an einem kaputten Motor oder an einer Verwicklung der Schraube in dem Schleppnetz liegen.

Die Betreiber des Experiments haben offensichtlich nicht die Mittel, ein Schiff zu chartern um ihre Drohne zu retten. Sie bitten daher Fischer oder andere Schiffsbesitzer in Neuschottland um Hilfe und bieten eine teilweise Übernahme von Treibstoffkosten an.

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Jedoch ist Solar Voyager weit weg vom nächsten Hafen. Die letzte öffentlich verzeichnete Position ist rund 180 Kilometer südöstlich Sable Islands, einer von Wildpferden bewohnten Sandbank, und etwa 480 Kilometer südöstlich von Halifax, dem wichtigsten Atlantikhafen Kanadas. Dass ein den Atlantik überquerendes Schiff anhält und ein Beiboot aussetzt, um den unbemannten Solar Voyager zu finden und loszuschneiden, ist höchst unwahrscheinlich.

Die Hilfsbereitschaft jenes Schleppnetzfischers, in dessen Netz Solar Voyager sich mutmaßlich verheddert hat, dürfte schaumgebremst sein. Wie viele Schiffe sich sonst in der Gegend befinden, ist unklar. Die crowdgesourcte Website marinetraffic.com, die Schiffstransponder auswertet, gibt über die Region keine Auskunft. Die Entfernung zu Empfangsstationen ist zu groß. (ds)