Dual-Channel-Speicher ade?

Ich habe mir ein AM2+-Mainboard mit Phenom-Prozessor gekauft. Im BIOS-Setup finde ich keine Einstellung für den Dual-Channel-Betrieb, sondern nur die Optionen „Ganged“ oder „Unganged“ für den Hauptspeicher. Wie erhalte ich die maximale Performance?

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Von
  • Benjamin Benz

Ich habe mir ein AM2+-Mainboard mit Phenom-Prozessor gekauft. Im BIOS-Setup finde ich keine Einstellung für den Dual-Channel-Betrieb, sondern nur die Optionen „Ganged“ oder „Unganged“ für den Hauptspeicher. Wie erhalte ich die maximale Performance?

Die klassische Einteilung in Single- und Dual-Channel-Betrieb gehört bei den AMD-Prozessoren der K10-Generation (Phenom) zum alten Eisen: Sie besitzen zwei unabhängige Speicher-Controller, die im „unganged mode“ gleichzeitig verschiedene Tasks bedienen können, deren Daten in unterschiedlichen Speicherbereichen liegen. Ackert indes ein einziger Thread immer auf denselben Daten, kann es zu Leistungseinbußen kommen. Der „ganged mode“ entspricht indes weitgehend dem Dual-Channel-Betrieb. Besondere Performance-Vorteile konnten wir – außer in synthetischen Speicher-Benchmarks – noch für keinen der beiden Modi ausmachen. AMD empfiehlt den „unganged“-Betrieb.

Obwohl die beiden Controller offiziell unabhängig voneinander arbeiten können, empfehlen wir, weiterhin Pärchen aus identischen Speicherriegeln zu bestücken.

Die K8-CPUs (Athlon 64) und Intel-Chipsätze haben zwar zwei Speicherkanäle, können sie jedoch nicht unabhängig voneinander nutzen: Im Dual-Channel-Betrieb arbeiten beide Kanäle so, als wären sie ein Speicher-Interface mit einer Busbreite von 128 Bit beziehungsweise 144 Bit mit ECC. Ein einzelner Speicherkanal nutzt hingegen 64 (respektive 72) Datensignalleitungen. Somit erhöhen sich Speicherkapazität und Durchsatz. Laufen allerdings auf einem modernen Mehrkernprozessor verschiedene Programme gleichzeitig, so müssen sie nacheinander auf den Speicher zugreifen. (bbe)