Weniger als 4 GByte trotz PAE

Im Internet habe ich Hinweise darauf gefunden, dass die 32-Bit-Versionen von Windows Vista und XP mit dem PAE-Adressierungsmodus volle 4 GByte RAM nutzen können, sofern im PC diese Menge eingebaut ist und das BIOS „Memory Remapping“ unterstützt. Wie geht das?

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Im Internet habe ich Hinweise darauf gefunden, dass die 32-Bit-Versionen von Windows Vista und XP mit dem PAE-Adressierungsmodus volle 4 GByte RAM nutzen können, sofern im PC diese Menge eingebaut ist und das BIOS „Memory Remapping“ unterstützt. Wie geht das?

Gar nicht, zumindest nicht bei Windows Vista und Windows XP ab Service Pack 2. Sofern ein einigermaßen aktueller Prozessor im System steckt, arbeiten diese Windows-Versionen standardmäßig mit Physical Address Extension (PAE), doch Microsoft blockiert mit voller Absicht den Zugriff auf Speicheradressen oberhalb von 232 Byte, wegen Problemen mit Treibern und Anwendungsprogrammen (siehe dazu c't 14/07, S. 194).

Ältere Windows-XP-Versionen vor SP2 lassen sich durch Anhängen des Parameters /PAE in der boot.ini-Datei in den PAE-Betriebsmodus schalten. Wer (entgegen klarer Empfehlungen) mit einem alten Windows XP arbeitet, kommt deshalb möglicherweise in den Genuss von vollen 4 GByte RAM, muss dann aber mit den von Microsoft befürchteten Pannen rechnen – und mit Sicherheitsrisiken wegen der veralteten Software leben. Im Internet kursieren auch Anleitungen, wie man einem 32-Bit-Vista Dateien von Windows Server 2008 unterschiebt, wodurch zwar die PAE-Begrenzung fällt, aber auch die Aktivierung des Betriebssystem erlischt – das ist also ebenso wenig ratsam.

Um die No-Execute-(NX-)Speicherschutzfunktionen nutzen zu können, die alle x86-64-Prozessoren und 32-Bit-Prozessoren seit ungefähr 2005 unterstützen, müssen 32-Bit-Windows-Versionen den Hauptspeicher im PAE-Modus ansprechen, der ursprünglich erfunden wurde, um 32-Bit-Betriebssystemen den Zugriff auf Speicher oberhalb der 4-GByte-Grenze zu ermöglichen. Daher schalten Windows XP ab SP2 und Vista PAE automatisch ein, sofern bei der Installation ein NX-tauglicher Prozessor im System steckt. PAE dient also zwei ganz unterschiedlichen Zwecken; zur Überwindung der 32-Bit-Grenze schaltet Microsoft die Funktion aber nur bei einigen Windows-Server-Versionen frei.

Wie viel Speicher Windows nutzt, kann man dem Programm „Systeminformationen“ (msinfo32.exe) oder dem Task Manager auf dem Reiter Leistung (unter Physikalischer Speicher: Insgesamt) entnehmen. Windows Vista ab Servicepack 1 zeigt hingegen unter Systemsteuerung/System und Wartung/System die Menge des eingebauten physischen Hauptspeichers an, also beispielsweise 4,00 GByte (= 4096 MByte). (ciw) (ciw)