Solar Voyager: Kanadische Marine birgt gescheitertes Drohnenboot
Die Mannschaft eines kanadischen Marineschiffs hat die Solar Voyager geborgen. Das solargetriebene Drohnenboot wollte den Atlantik ĂĽberqueren, hatte sich aber in einem Netz verheddert.
Die Solar Voyager sollte autonom den Atlantik ĂĽberqueren. Es klappte nicht.
(Bild: Christopher Sam Soon, Isaac Penny)
Die schwimmende Drohne Solar Voyager treibt nicht länger steuerunfähig im Atlantik. Ein Schiff der königlich-kanadischen Kriegsmarine hat das unbemannte Drohnenboot am Mittwoch abgeholt. Das berichtet die Nachrichtenwebsite Local Xpress, die von streikenden Journalisten in Halifax, Neuschottland, betrieben wird. Die Solar Voyager war am 1. Juni im US-Bundesstaat Massachusetts zu einer autonomen, solargetriebenen Atlantiküberquerung aufgebrochen.
Bei einem beschaulichen Tempo von bis zu vier Stundenkilometern sollte sie nach etwa vier Monaten Lissabon in Portugal erreichen. Doch nach zweieinhalb Wochen und gut 1.000 zurĂĽckgelegten Kilometern war Schluss: Die Solar Voyager dĂĽrfte sich am 18. Juni in einem Fischnetz verheddert haben.
(Bild:Â Screenshot)
Ohne Ruder im Atlantik
Gut zwei Stunden wurde sie damals noch mitgezogen, zu einer Position etwa 480 Kilometer südöstlich von Halifax, dem wichtigsten Atlantikhafen Kanadas. Dann wurde die Solar Voyager vom Netz geschnitten oder kam anders los. Aber seither steckt das Ruder fest, und nur eine der beiden Schiffsschrauben funktioniert. Sie ist wahrscheinlich in das Netz verwickelt.
Die Betreiber flehten auf Twitter um Hilfe, jemand möge die Drohne entwirren und wieder wassern. Doch fand sich zunächst niemand, der die aufwändige Aktion durchführen wollte. Die Betreiber konnten die Solar Voyager mit dem verbliebenen Motor soweit beweglich machen, dass sie anderen Schiffen ausweichen konnte. Langsam bewegte sie sich nordostwärts.
Empfohlener redaktioneller Inhalt
Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externer Inhalt geladen.
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Royal Canadian Navy eilt zu Hilfe
(Bild:Â Kevinbercaw CC-BY-SA 4.0)
Aber das war keine Dauerlösung. Schließlich erbarmte sich die kanadische Marine. Deren Schiff HMCS St. John's war am Mittwoch auf dem Weg von ihrem Heimathafen Halifax zu ihrem namensstiftenden Hafen St. John's in Neufundland. Sie nahm einen kleinen Umweg in Kauf und barg die Solar Voyager etwa 110 Kilometer östlich Sable Islands, einer für ihre Wildpferde bekannten Sandbank.
Nun möchte die kanadische Marine die Drohne ihren Eigentümern zurückgeben. Das sind der Mauritier Christopher Sam Soon und der US-Amerikaner Isaac Penny. Sie arbeiten in Singapur und haben das kleine solargetriebene Wasserfahrzeug in ihrer Freizeit entwickelt. (ds)