Grafikkarte für Fotobearbeitung
In Ihrer Zeitschrift geben Sie häufig Hinweise zu Grafikkarten, die sich gut für Anwendungen wie 3D-Spiele oder HD-Video eignen – oder eben nicht. Spiele sind für mich irrelevant, aber ich arbeite viel mit Fotos (Photoshop et cetera). Welche Grafikkarte wäre für diesen Zweck optimal geeignet?
In Ihrer Zeitschrift geben Sie häufig Hinweise zu Grafikkarten, die sich gut für Anwendungen wie 3D-Spiele oder HD-Video eignen – oder eben nicht. Spiele sind für mich irrelevant, aber ich arbeite viel mit Fotos (Photoshop et cetera). Welche Grafikkarte wäre für diesen Zweck optimal geeignet?
Im Grunde jede beliebige Karte, sofern sie die nötigen Anschlüsse für Ihr Display bietet und in Ihren PC passt (PCIe- oder AGP-Anschluss, Leistungsaufnahme, Bauform, Kühlung). Meistens ist sogar aktuelle Onboard-Grafik empfehlenswert, weil billig, sparsam und leise kühlbar.
Bis auf spezielle Ausnahmen – etwa die von Adobe bei der Creative Suite 4 erstmals eingebauten Funktionen, die Berechnungsaufgaben auf bestimmte neuere Grafikkarten auslagern – führt bei der Bildbearbeitung wie übrigens auch bei Videoschnitt oder Büroanwendungen der Hauptprozessor die meiste Rechenarbeit aus. Die Grafikkarte steuert im weiteren Sinne nur 2D-Darstellungsfunktionen bei, abgesehen von 3D-Effekten des Betriebssystems zur Desktop-Darstellung (Windows Vista Aero Glass, Mac OS X Quartz Extreme, 3D-Desktops unter Linux). Die Performance der 2D-Funktionen unterscheidet sich bei Grafikkarten der jüngeren Generationen nicht mehr in praktisch relevantem Maß, und für die 3D-Desktop-Effekte sind fast alle DirectX-9-kompatiblen Grafikprozessoren und Mainboard-Chipsätze mit Grafikfunktionen schnell genug.
Wir empfehlen dringend, zur Anbindung eines Flachbildschirms digitale Schnittstellen wie DVI, HDMI oder DisplayPort zu nutzen, um den potenziellen Nachteilen (Unschärfe bei höheren Auflösungen, Schatten, Flimmern) der analogen VGA-Technik aus dem Weg zu gehen. Digitale Display-Schnittstellen sind selbst bei günstigen Grafikkarten üblich und fehlen nur noch den billigsten Mainboards mit Onboard-Grafik. Erst für Displays mit mehr als 1920 x 1200 Pixeln Auflösung (typischerweise mehr als 26 Zoll Diagonale) ist eine Dual-Link-DVI- oder DisplayPort-Verbindung nötig, die nicht alle Mainboards oder Grafikkarten unterstützen. Wenn die Grafikkarte ohne Lüfter auskommen soll, sind möglichst sparsame Karten mit einseitigem Rippenkühler empfehlenswert – Grafikchips, die aufwendige Kühlsysteme brauchen, erwärmen oft die Luft im PC-Gehäuse stark. (ciw) (ciw)