Formel 1: Ferrari verlängert Vertrag mit Räikkönen
Zu seinem 100. Grand Prix in Rot verlängerte Ferrari den Vertrag mit Kimi Räikkönen um ein Jahr bis Ende 2017. Damit gehen der viermalige Weltmeister Vettel und der bislang letzte WM-Champion der Scuderia in ihre dritte gemeinsame Saison
Zu seinem 100. Grand Prix in Rot verlängerte Ferrari den Vertrag mit Kimi Räikkönen um ein Jahr bis Ende 2017. Damit gehen der viermalige Weltmeister Vettel und der bislang letzte WM-Champion der Scuderia in ihre dritte gemeinsame Saison. Zuletzt hatte es immer wieder Spekulationen um ein Ende Räikkönens bei den Italienern gegeben.
(Bild: Ferrari)
Die Entscheidung ist ganz nach Vettels Geschmack. Atmosphärische Störungen wie zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg bei Mercedes gelten in der Ferrari-Welt als ausgeschlossen. Dabei dürfte hilfreich sein, dass es bei beiden derzeit nicht um einen WM-Titel geht. Der Zoff bei Mercedes wäre eigentlich eine gute Vorlage, um daraus auf der WM-Jagd Profit zu schlagen. Doch Ferrari profitiert davon aktuell kaum.
Die beiden Teamkollegen liegen in der Fahrer-WM punktgleich auf Platz drei und vier. Auf den Spitzenreiter Nico Rosberg fehlen ihnen 57 Punkte. Selbst wenn der zweimal hintereinander ausfallen sollten und einer der Ferrari gewinnt, bliebe er vorn. Niemand rechnet in dieser Saison noch damit, dass Mercedes die Titel in der Fahrer und in der Teamwertung zu nehmen sind.
„Wir haben einen deutlichen Schritt gemacht über den Winter, sind deutlich näher dran“, sagte Vettel in England vor dem zehnten Rennen der Saison. Er betont die positive Entwicklung in seinem zweiten Ferrari-Jahr. „Aber letztlich ist dieser Schritt nicht so groß, wie wir vielleicht erhofft hätten. Hinzukommt, dass die Saison ein bisschen durchwachsen war. Wenn sich das Ganze ein bisschen beruhigt und wir normale Rennen haben, werden wir zeigen können, was in uns steckt.“ Vettel erreichte schon dreimal in dieser Saison nicht die Ziellinie. Das passierte dem Heppenheimer letztmals in seinem Abschiedsjahr bei Red Bull.
Vettels Premierensaison mit drei Siegen im vergangenen Jahr hat eine Erwartungshaltung in Maranello geschürt, die Ferrari nun nicht einlösen kann. Mal läuft sein Dienstwagen «Margherita» nicht rund, mal verzockt sich die Scuderia mit der Rennstrategie, mal platzt ein Reifen. Teamchef Maurizio Arrivabene versucht in dem stetig nervösen Umfeld Coolness vorzuleben. Das ist nicht einfach, denn die italienische Boulevardpresse ist noch ungeduldiger als die deutsche.
Er sei „ziemlich glücklich mit Kimi und Seb“, sagte Arrivabene, weil er nicht denke, dass zwischen seinen beiden Fahrern eine ähnliche Eskalation wie zwischen Rosberg und Hamilton möglich sei. Ein Aufschwung bei Räikkönen ist unverkennbar: Um 20 Zähler konnte er sein Punktekonto im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt steigern. Diese Argumente und vor allem die Fürsprache Vettels dürften ihm nun seinen wohl letzten Vertrag bei Ferrari eingebracht haben. „Ich habe schon immer gesagt, dass mein letztes Team Ferrari sein würde“, beteuerte Räikkönen, „und dem ist immer noch so.“
(mit Material der dpa) (mfz)