Deus Ex Mankind Divided: Erste Missionen angespielt
Square Enix will Ende August seine dĂĽstere Sci-Fi-Spieleserie fortsetzen. Wir sprachen mit der Autorin Mary DeMarle ĂĽber das neue Cyborg-Szenario in den Prager Ghettos.
(Bild: Square Enix)
Das dystopische Rollenspiel "Deus Ex: Mankind Divided" erscheint am 23. August 2016 fĂĽr Windows, PlayStation 4 und Xbox One. Vorab konnten wir bei einem Anspieltermin bei Square Enix bereits die ersten Level ausprobieren, und die Autorin Mary DeMarle befragen. Seit neun Jahren verantwortet sie die Geschichten um den augmentierten Agenten Adam Jensen, der in einer zunehmend gespaltenen Welt zwischen den Fronten steht. Bei einem storylastigen Spiel wie Deus Ex arbeiten teilweise acht bis zehn Autoren an den Haupt- und Nebenmissionen, die fast alle Einfluss auf den Spielverlauf haben.
Im Ghetto von Prag
Die Welt von "Deus Ex: Mankind Divided" ist deutlich dunkler geworden. Nach den katastrophalen Ereignissen aus "Deus Ex: Human Revolution" lebt die Menschheit in Furcht vor ihren augmentierten Mitbürgern. Überall auf der Welt werden sie in Ghettos zusammengepfercht, streng bewacht von schwer bewaffneten Polizisten. Adam Jensens neue Heimat ist die Altstadt von Prag, wo sich die randständigen Bewohner Armut, Kriminalität und polizeilicher Willkür ausgesetzt sehen. Ein verstörendes Gefühl von Hilflosigkeit kommt auf, wenn sich der Spieler alle paar Meter neuen Kontrollen unterziehen muss. Obwohl Jensen zu den privilegierten Bewohnern des Prager Ghettos gehört: Er darf das Viertel verlassen. Per U-Bahn kann man andere Bereiche der Stadt bereisen, doch selbst die Züge haben spezielle Sektionen für Augmentierte. Fährt man im Wagen für "normale" Menschen, erntet man böse Blicke.
Deus Ex: Mankind Devided (4 Bilder)

(Bild: Square Enix)
Vergangenheit trifft Zukunft in Golem City
Das futuristische Prag ist sehr gelungen, eine Mischung aus sehr alten und sehr neuen Elementen. Die Enge der mittelalterlichen Straßen wird kontrastiert durch hochmoderne Anbauten, holographische Werbung, allgegenwärtige Überwachungsdrohnen. Mehr Bewegungsfreiheit will "Mankind Divided" liefern, auch wenn es immer noch kein Open-World-Spiel ist. Die Entwickler haben sich viel Mühe gegeben, die Welt auch außerhalb der Haupt- und Nebenmissionen mit Leben zu füllen und den Spieler zur Erkundung einzuladen.
Von der Realität eingeholt
In den vier Jahren Entwicklung hat die Gegenwart das Spiel überraschend eingeholt, wie Mary DeMarle erzählt. Neben wieder aufgeflammten Rassenunruhen ist es vor allem die Militarisierung der amerikanischen Polizei, die erschreckend nah an ihrem Spiel ist. Ebenso das Entstehen radikaler Gruppen, die auch vor Terrorakten nicht zurückschrecken. Gegen diese augmentierten Terroristen zieht Jensen nach einem verheerenden Anschlag ins Feld – und gegen die Illuminati, die immer noch hinter den Kulissen die Strippen ziehen.
Worte statt Waffen
Einige neue Augmentierungen erleichtern diesen Kampf, etwa eine kugelsichere Außenhaut oder Taser mit Fernwirkung. Der neue Teil will Spielern noch mehr Optionen geben. Einige Missionen kann man sogar meistern, ohne einen Schuss abzugeben. Was nicht heißt, dass niemand stirbt. Aber mit geschickter Wortwahl kann man dafür sorgen, dass man nicht selbst Blut vergießen muss. Im Gegensatz zu "Human Revolution" kann man selbst die Boss-Kämpfe gewinnen, ohne den Gegner töten zu müssen.
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Vorläufiges Fazit
Am meisten beeindruckt die Atmosphäre. Trotz einzelner Bugs spielten sich die Anfangsmission in Dubai und die Episode in Prag flüssig. Was wirklich packte, war die Hilflosigkeit in einem Apartheitsregime. Die Sci-Fi-Stadt wird sehr überzeugend dargestellt. Sie ist nicht nicht luxuriös glänzend, sondern Neues wurde auf Uraltes gebaut, wie in vielen Städten in Europa. Die engen Gassen wirken zuweilen bedrückend.
Die Gegner sind fordernd. Schießereien im Ghetto beendete die Polizei sehr schnell mit ihren Drohnen. Zuweilen war die KI aber auch inkonsequent: Einerseits gab es laufend Kontrollen, andererseits konnte man problemlos eine Bazooka aus einem Polizeiwagen stehlen. Auch wenn es zu Anfang noch kaum Körper-Augmentationen gab, boten Jensens Tricks viel Spaß. Man darf gespannt sein, welche Orte und Charaktere im Lauf der Story hinzukommen, denn gerade in punkto Atmosphäre und Figuren machte der Vorgeschmack Lust auf mehr.
(hag)