Neuronales Netz generiert aus Zeichnungen Porträt-Fotos

Neurowissenschaftler einer niederländischen Universität haben mit einem neuronalen Netz aus gezeichneten Gesichtern fotorealistische Bilder erstellt. Nur bei der Farbgebung trafen die Ergebnisse nicht immer ganz zu.

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Neuronales Netz generiert aus Zeichnungen Porträt-Fotos

(Bild: Radboud University)

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Eine Forschergruppe der niederländischen Radboud University hat gezeigt, dass sich die Funktionsweise von Apps wie Prisma auch umkehren lässt. Die Wissenschaftler um die Neurowissenschaftlerin Yağmur Güçlütürk haben dazu ein neuronales Netz trainiert. Ziel dabei ist es, aus frei gezeichneten Skizzen von Gesichtern fotorealistische Bilder zu erstellen, die auch in der Farbgebung authentisch sind. Das berichtet Technology Review im Online-Text "Wie Prisma, nur andersherum". Nützlich könnte das entwickelte Modell nicht nur in der Bildenden Kunst sein, sondern auch in der Forensik, etwa um gezeichnete Phantombilder zu konvertieren und in Bilderkennungsprogrammen anzuwenden.

In dem auf dem Open Access-Portal arXiv veröffentlichten Paper erklären die Forscher, wie ihr Modell funktioniert. Zunächst dienten 200.000 Internet-Bilder von bekannten Persönlichkeiten als Grundlage. Daraus entwarfen Algorithmen zur Standard-Bildverarbeitung Strichzeichnungen, Schwarz-Weiß- und Farbzeichnungen. Dadurch erlernte das Netz das nötige Handwerkszeug. In einem nächsten Schritt wurde aus diesen Zeichnungen wiederum ein computergeneriertes Bild erstellt. Dabei erzielten die Bilder auf Basis von Strichzeichnungen die höchste Bildqualität. Schließlich wendeten die Forscher den Algorithmus auf Zeichnungen an, die menschliche Künstler von beliebigen Personen angefertigten hatten.

Mit den Ergebnissen der Invertierungen sind die Forscher insgesamt zufrieden. Um auf die Farbe, etwa von Gesicht oder Haut in der farblosen Strichzeichnung zu schlieĂźen, nutzte das Modell Helligkeitsunterschiede von Schraffierungen. Das Ergebnis traf nicht immer ganz genau zu, "doch bei anderen Elementen wie Gestalt, Form, Linie, Platzaufteilung und Struktur gelang eine fotorealistische Darstellung oft gut", schreiben sie. (jle)