Microsoft Imagine Cup 2016: "Dann lernen wir daraus"

In dieser Woche fand in Redmond das Finale des Imagine Cup 2016 statt. An dem von Microsoft ausgerichteten Programmierwettbewerb nahmen Studenten aus 34 Ländern teil.

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Imagine Cup
Lesezeit: 4 Min.
Von
  • Dorothee Wiegand

Insgesamt 35 Teams aus 34 Ländern qualifizierten sich für das dreitägige Finale des Imagine Cup, das am Hauptsitz von Microsoft in Redmond ausgetragen wurde. Sie traten in den drei Wettbewerbs-Kategorien "Games", "Innovation" und "World Citizenship" an. Am gestrigen Freitag wurde schließlich ein Studententeam zum Champion des Jahres gekürt.

1,8 Millionen Studenten aus mehr als 190 Ländern hatten an dem von Microsoft ausgerichteten Programmierwettbewerb teilgenommen. In 55 Ländern gab es in der ersten Jahreshälfte nationale Vorentscheide. Beim deutschen Vorentscheid setzte sich das Team VRMotion durch. Mit ihrer Virtual-Reality-Anwendung für die Rehabilitation von Schlaganfallpatienten konnten sich Alessa Dreixler von der Hochschule Aalen und Tobias Heuer vom Karlsruher Institut für Technologie das Ticket nach Seattle sichern.

Die Teilnehmer hatten zunächst 10 Minuten Zeit für ihre Präsentation, gefolgt von weiteren 20 Minuten, in denen die Entwicklungen im praktischen Einsatz begutachtet und von der vierköpfigen Jury hinterfragt wurden. Virtual Reality und Wearables waren in diesem Jahr wichtige Themen, sehr häufig kam die Unity-Engine zum Einsatz.

Imagine Cup 2016 (14 Bilder)

Der Betreuungsroboter Ruth stammt vom Team aus Singapur. Ruth soll alleinlebende Senioren bei Laune halten, unterhielt aber während der Präsentation vor allem das Publikum.

Nicht alle Demonstrationen liefen exakt nach Plan. So reagierte der menschelnde Pflegeroboter namens Ruth des Teams aus Singapur sowohl auf einen traurigen Gesichtsausdruck als auch auf den Hilferuf "Ruth, help me" stets mit der Bemerkung "You look so happy today!". Bei weiteren Demonstrationen wurden die Juroren "gewässert" und es gingen Eier zu Bruch.

Durch die Award Ceremony am zweiten Finaltag führten Microsofts CEO Satya Nadella und Steve Guggenheimer, Corporate Vice President der Developer Experience Group bei Microsoft. In der Games-Kategorie erreichte das Team aus Brasilien mit einem Spiel rund um die Wasserknappheit im Jequitinhonha Tal Platz 3. Der zweite Platz ging an Studenten aus Indonesien für ein Puzzle-Game. Sieger wurde das Team PH21 aus Thailand mit dem Smartphone-Spiel namens Timeline, in dem die Spieler die Zeit manipulieren können.

Bei den Projekten der Kategorie World Citizenship lagen die Teams aus Ungarn (Platz 3), Tunesien (Platz 2) und Griechenland vorn. Das ungarische Team stellte ein Lernsystem für angehende Ärzte vor. Die Handprothese aus Tunesien schaffte es auf den zweiten Platz. Das Siegerteam der Universität Thessaloniki programmierte eine VR-Umgebung gegen Mobbing.

Die Gewinner der Kategorie Innovation kommen aus den USA (Platz 3), Sri Lanka (Platz 2) und Rumänien. Das US-Team entwickelte ein System zur Diagnose einer speziellen Sehschwäche, das Projekt AM Plus des Teams aus Sri Lanka programmierte eine Werbeplattform und das rumänische Team entwarf einen Gurt mit Sensoren und Gyroskop, mit dem sich frühe Stadien einer Parkinson-Erkrankung diagnostizieren lassen sollen. Mit ihrem System ENTy zur frühzeitigen Erkennung von Gleichgewichtsproblemen heimsten die rumänischen Studenten auch die Auszeichnung zum Imagine Cup Champion ein.

Steve Guggenheimer: "dann lernen wir daraus"

Microsoft stellt beim Imagine Cup, der in diesem Jahr zum 14. Mal ausgerichtet wurde, sein Engagement für die Ausbildung in den Vordergrund. Natürlich legt das Unternehmen den jungen Programmierern dabei vor allem Microsoft-Technik ans Herz. Auf die Frage, welche Konsequenzen es hätte, wenn Teilnehmer sich für andere Software-Werkzeuge entschieden, reagierte Steve Guggenheimer jedoch sehr gelassen: "Wenn die Studenten unsere Technik verwenden, ist es gut – wenn sie andere Technik verwenden, dann lernen wir daraus."

Einen ausfĂĽhrlichen Bericht zu Microsofts Imagine Cup 2016 finden Sie auf ct.de

Die Autorin war auf Einladung von Microsoft beim Imagine Cup 2016
(uk)