Uber verdoppelt Investitionen in eigenes Landkartensystem

Zwar hat sich Uber bereits Kartentechnik von Microsoft einverleibt und nutzt Landkarten von TomTom, die bereits vorhandenen Daten seien fĂĽr die BedĂĽrfnisse des Fahrdienst-Vermittlers aber nicht immer ausreichend.

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Fahrdienst Uber

Uber erstellt eigene Landkarten und schickt dafĂĽr Kamera-Wagen auf die StraĂźen

(Bild: Uber)

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Der Fahrdienst-Vermittler Uber verdoppelt in diesem Jahr seine Investitionen in eigene Landkarten. Das hat das Unternehmen in seinem Firmenblog bekannt gegeben. Laut einem Bericht der Financial Times soll Uber dadurch eine halbe Milliarde US-Dollar in die Entwicklung eines eigenen Kartensystems stecken.

Ubers Kamera-Wagen seien ab diesem Sommer in Mexiko unterwegs, erklärte Brian McClendon für das Unternehmen. Im vergangenen Jahr habe man die Wagen zur Kartierung bereits in den USA eingesetzt. McClendon war der langjährige Chef von Google Maps, bei Uber leitet er nun die Karten-Entwicklung.

McClendon betonte, dass Uber nicht anders als Apple oder TomTom vorgehe. Digitale Karten seien die Basis für Fahrdienste und auch ein zentraler Baustein für den Betrieb von Uber – bereits existierende Karten könnten die für Uber relevanten Daten aber teilweise nicht liefern. Besonders in Gegenden von denen es kaum Karten gibt oder für die Verkehrshinweise fehlen, müssten neue Daten erfasst werden. Zudem sei das Unternehmen an Daten zur Verkehrsdichte oder Haltepunkten für Passagiere interessiert.

Uber sicherte sich im Sommer 2015 Teile des einstigen Karten-Geschäfts von Microsoft. Durch diesen Deal erhielt Uber ausgewählte Technik für die Erstellung von Karten, ein Rechenzentrum sowie Kameras und einige Patente, wie Microsoft unter anderem dem Wall Street Journal und dem IT-Blog Recode bestätigte. Außerdem wurde der Fahrdienst-Vermittler als Interessent am Kartendienst Here gehandelt. Die Karten-Sparte von Nokia übernahmen allerdings die deutschen Autobauer Daimler, BMW und Audi für rund 2,6 Milliarden US-Dollar.

McClendon stellte in Aussicht, dass die Kamera-Wagen von Uber bald auch in weiteren Ländern unterwegs sind. (mit Material der dpa) / (kbe)