Umstrittener Bluttest-Anbieter Theranos stellt neue Version seines Testsystems vor
Das Start-up Theranos konnte Zweifel an der Genauigkeit seiner neuartigen Bluttests bislang nicht zerstreuen. Trotzdem wagte sich seine Chefin jetzt erstmals vor ein wissenschaftliches Publikum.
(Bild: Elizabeth Holmes, Theranos-Chefin.)
- Sascha Mattke
Die Chefin des Start-ups Theranos galt zwischendurch schon als der nächste Steve Jobs, doch dann sorgten kritische Berichte und eine behördliche Verfügung dafür, dass sie in Misskredit geriet. Trotzdem stellte Elizabeth Holmes auf einer medizinischen Fachtagung jetzt ein neues "miniLab" vor, das verschiedene Tests mit nur einem Tropfen Blut aus der Fingerspitze vornehmen können soll. Wichtige Fragen ließ Holmes dabei aber unbeantwortet, berichtet Technology Review online in "Theranos versucht ein Comeback".
Ihr neues Mini-Labor bezeichnete Holmes als das Ergebnis von mehreren Jahren geheimer Forschung. Es sei eine "einheitliche Plattform" für eine große Bandbreite an Testarten mit geringen Blutmengen. Ein Test auf den Zika-Virus sei der US-Gesundheitsbehörde FDA bereits zur Genehmigung vorgelegt worden. "Wir haben dieses Treffen gewählt, um einen wissenschaftlichen Austausch zu beginnen", erklärte Holmes auf der Tagung. "Wir wollten unsere Erfindung vorstellen."
Die Unternehmerin schien die Konferenz als Chance für einen Neustart für Theranos zu sehen und sprach von einem "Wendepunkt". Statt jedoch wie erwartet Daten über die Genauigkeit der früheren Tests zu präsentieren, stellte sie die "neueste Version" der Testvorrichtung vor. Bei der Beschreibung der Technologie dahinter verwies sie erneut auf unbewiesene Durchbrüche von früher. "Wir wissen, dass es viele Fragen über die Vergangenheit gibt, und wir werden im richtigen Forum darauf reagieren", sagte sie lediglich.
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(sma)