Tour de France im Datenspiegel: Durchschnittsgeschwindigkeit 38,34 km/h

Zum zweiten Mal hat ein IT-Dienstleister 2016 bei der Tour de France Daten aus Messgeräten unter den Sätteln der Rennfahrer analysiert. Der Brite Chris Froome eilte demnach mit durchschnittlich 39,6 km/h erneut zum Sieg.

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Tour de France im Datenspiegel: Durchschnittsgeschwindigkeit 38,34 km/h

(Bild: Dimension Data)

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Über 127,8 Millionen Datensätze der teilnehmenden Rennfahrer hat das IT-Haus Dimension Data nach eigenen Angaben bei der diesjährigen Tour de France ausgewertet, die am 24. Juli nach 21 Etappen und 3519 Kilometern endete. Die Firma, die zur japanischen NTT-Gruppe gehört, bezog die Informationen – wie schon im Vorjahr – aus telemetrischen Sensoren, die unter den Satteln der einzelnen Teilnehmer angebracht waren. Am Freitag hat das Unternehmen – das mit einem eigenen Team an der Rundfahrt teilnahm – eine erste Analyse der gesammelten Daten veröffentlicht.

Die Durchschnittsgeschwindigkeit aller Fahrer während des gesamten Rennens lag demnach bei 38,34 km/h. Der Sieger Chris Froome aus dem Team Sky erreichte einen Wert von 39,16 km/h. Der Niederländer Tom Dumoulin vom Team Giant–Alpecin erzielte mit 44,78 km/h die schnellste Durchschnittsgeschwindigkeit während eines Einzelzeitfahrens in der 13. Etappe. Gewinner des Endspurts nach Paris war der Deutsche André Greipel aus dem Team Lotto Soudal mit einer Höchstgeschwindigkeit von 64,5 km/h beim Sprint zur Zielgeraden. Einzelne Fahrer sollen den Analysten zufolge auch schon mal ein Spitzentempo von knapp 110 km/h erreicht haben.

Die höchste Durchschnittsgeschwindigkeit aller Fahrer an einem Tag lag laut der Statistik bei 46,65 km/h während der 11. Etappe, während es die Pedalritter bei ersten Etappe noch mit 44,35 km/h ruhiger angingen ließen. Das durchschnittlich höchste gemessene Tempo bei einer der gefürchteten Talabfahrten betrug 69,31 km/h, die mittlere Geschwindigkeit der Fahrer während aller Fahrten die Berge hinunter 51,54 km/h.

Erstmals verfolgten die Amaury Sport Organisation und Dimension Data dieses Jahr genau die Wetterverhältnisse, was direkte Folgen für das Rennen hatte. Als etwa der Wind am Mont Ventoux laut den Messungen eine Geschwindigkeit von 140 km/h erreichte, entschieden die Organisatoren zur Sicherheit der Fahrer, die Ziellinie zu versetzen und die Etappendistanz um sechs Kilometer zu verkürzen. Der schnellste Fahrer auf diesem besonders anspruchsvollen Teilstück war Thomas DeGendt mit einer durchschnittliche Anstiegsgeschwindigkeit von 14,8 km/h.

Während der letzten fünf Kilometer des Anstiegs der neunten Etappe verringerte zudem einsetzender Hagel die Durchschnittsgeschwindigkeit um 31 Prozent. Als der Franzose Julian Alaphilippe 15 Kilometer vor dem Ziel im Einzelfahren stürzte, betrug seine Geschwindigkeit 51,7 km/h und der Seitenwind 42 km/h. (mho)