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Was wirklich wahr war. Die Lösungen des Roboter-Sommerrätsels.

Roboter kommen bei Lesern der kleinen Wochenschau nicht an. Drei von zehn Fragen wurden gelöst, bei mäßigem Interesse. Möge der Weltraum Besserung bringen.

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CeBIT

(Bild: dpa, Ole Spata)

Lesezeit: 4 Min.
Von
  • Hal Faber

Gleich die erste Frage des Sommerrätsels über Roboter bezog sich auf den Weltraum und wurde schnell gelöst. Man mag sich heute darüber streiten, ob das Mondmobil Lunochod ein Roboter war. Doch früher war die Lage eindeutiger, heißt es doch im zitierten DDR-Buch über "Roboter im Sozialismus": [I]"Auch auf diesem Gebiet gilt es, die Überlegenheit des Sozialismus zu organisieren, so wie das der sowjetische Roboter Lunochod im Jahre 1971 bei seiner ersten Fahrt auf dem Mond demonstrierte.[/i]. Auf dem steht Lunochod herum, genau wie der Jadehase aus China, der gerade seine Arbeit eingestellt hat.

Frage 2 wurde auch gelöst, denn niemand anderes als Frederik Pollock, am Institut für Sozialforschung einer der Väter der Frankfurter Schule, äußerte sich 1956 nach seiner Rückkehr aus dem US-Exil zur "Revolution der Roboter". Im selben Sammelband schrieb der SPD-Politiker Fritz Erler von dem "fürchterlichsten Klassengegensatz" zwischen denen mit Arbeit und denen, die durch Roboter arbeitslos geworden sind und empfahl letzteren eine "Do it Yourself"-Bewegung an heimischen Werkbänken, quasi eine Maker-Initiative.

Frage 3 suchte das Kürzel eines Polizeiroboters. Gefragt war nicht Ed-209 (Enforcement Droid Series 209), sondern ROTOR, ein Roboter aus dem Forschungsprogramm "Robotic Officer Tactical Operation Research", der sich in unvorteilhafter Weise in einen Killerroboter verwandelt.

Frage 4 bezog sich auf ein Abenteuer des Raumschiffs Orion. Eine "geringfügige Umstellung des Analogbandes", mit dem der Roboter programmiert ist, ist die Einstellung Y 19. Sie sorgt dafür, dass der Roboter einen Tobsuchtsanfall bekommt und sich in seine Einzelteile zerlegt.

Frage 5 suchte die Roboterin Nine-Eye aus dem in Disney-Parks gezeigten 360-Grad-Film Timekeeper, die in der Fassung für das Pariser Disneyland aus Versehen Jules Verne mit auf die Reise durch die Zeiten nimmt.

Ein Roboter mit Hirn ist wie in Frage 6 gesucht möglich, wenn das Open Worm Project am Ziel ist. Allerdings ist die erste digitale Lebensform etwas eingeschränkt auf der Basis der Intelligenz eines Fadenwurms.

Frage 7 zeigte ein Kunstprojekt eines zeichnenden Robotorarms und suchte das Gegenstück in der Wissenschaft. Dort heißt der Roboter e-David und beweist immerhin, das Informatiker Humor haben: "Bildhafte kunsthandwerkliche Prozesse können als Optimierungsvorgänge gedeutet werden, in denen manuell Farbe auf einer Bildfläche verteilt wird, bis der Betrachter den Bildinhalt erkennen kann."

Humor haben auch manche Künstler, wie Frage 8 es etwas zu sehr verklausulierte. Sein wackeliger Roboter K-456 sollte mit Menschen auf der Straße interagieren und sie überraschen, wie eine Dusche, erklärte Nam June Paik sein Werk, das in der Neuen Nationalgalerie in Berlin seinen Platz hatte. Dort wird umgebaut. Vielleicht ist K-456 auf Duschgang.

Frage 9 suchte den Snowbot, mit dem der Whistleblower Edward Snowden auf den Bühnen dieser Welt telepräsent ist, obwohl er im echten Leben Russland nicht verlassen kann. Bald kommt ein Snowden-Spielfilm in die Kinos, bei dem dieser Snowbot eine wichtige Rolle spielt.

Frage 10 suchte die schlechteste Rolle, die der unlängst gestorbene Schauspieler Götz George nach eigener Einschätzung jemals gespielt hat. Im Film Die Sturzflieger mimt er den stotternden Roboter Max. Wir sind wieder im Weltraum, dem Thema des nächsten Sommerrätsels. Wie hieß es noch zum Start eines ganz besonderen Vereins vor 35 Jahren?

"Was heute noch wie ein Märchen klingt, kann morgen Wirklichkeit sein. Hier ist ein Märchen von übermorgen. Es gibt keine Kupferkabel mehr, es gibt nur noch die Glasfaser und Terminals in jedem Raum. Man siedelt auf fernen Rechnern. Die Mailboxen sind als Wohnraum erschlossen. Mit heute noch unvorstellbaren Geschwindigkeiten durcheilen Computerclubs unser Datenverbundsystem. Einer dieser Computerclubs ist der CCC. Gigantischer Teil eines winzigen Sicherheitssystems, das die Erde vor Bedrohungen durch den Gilb schützt." (vbr)