United Internet: Umsatz gestiegen, Rocket schiebt Ergebnis ins Minus
An seinem Aktienpaket beim Startup-Unternehmen Rocket Internet hat Konzernchef Dommermuth bislang wenig Freude. Abschreibungen führen United Internet in die roten Zahlen. Für das Gesamtjahr erwarten die Westerwälder wieder ein positives Ergebnis.
(Bild: united-internet.de)
Mit Marken wie GMX, Web.de oder 1&1 hat die United-Internet-Gruppe ihren Umsatz im ersten Halbjahr zwar um 7,0 Prozent auf 1,95 Milliarden Euro gesteigert, ist beim Ergebnis unterm Strich aber in die roten Zahlen gerutscht: FĂĽr die ersten sechs Monate hat sie einen Verlust von 51,0 Millionen Euro ausgewiesen; ein Jahr zuvor gab es einen Gewinn von 174,2 Millionen. Ein wesentlicher Grund sind Abschreibungen beim Startup-Investor Rocket Internet, an dem United Internet mit gut acht Prozent beteiligt ist.
"Ich bin zuversichtlich, dass die negative Kursentwicklung bei Rocket Internet jetzt beendet ist und der Aktienkurs einen Boden erreicht hat", sagte United-Internet-Vorstandschef Ralph Dommermuth der dpa am Donnerstag in Montabaur. Er erwarte, dass es im weiteren Jahresverlauf keine Abschreibungen zu diesem Investment mehr gebe. "Ich bin sicher, dass wir dieses Jahr mit Gewinn abschließen." Rocket Internet wurde 2007 von den Brüdern Marc, Oliver und Alexander Samwer in Berlin gegründet. Unter dem Schirm von Rocket Internet entstand unter anderem der Online-Händler Zalando.
255 Millionen Euro Belastungen
Als Sonderbelastung für die Beteiligung an Rocket wies United Internet 98 Millionen Euro aus. Zusammen mit weiteren Abschreibungen auf zugekaufte Firmen schlugen insgesamt 254,9 Millionen Euro zu Buche. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen wies das Unternehmen im ersten Halbjahr ein Geschäftsergebnis (Ebitda) von 400,3 Millionen Euro aus, 15,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Für das Gesamtjahr sehe sich das Unternehmen in der Umsatzprognose von 4 Milliarden Euro bestätigt, erklärte die United Internet AG am Donnerstag in Montabaur. Wesentliche Wachstumstreiber sind das mobile Internet und DSL-Zugänge.
"Für die Internet-Anbindung von Geschäftskunden legen wir Glasfaser bis ins Haus", sagte Dommermuth. Bei Privatkunden sei die letzte Meile nach wie vor Kupfer, aber mit der VDSL/Vectoring-Technik könnten auch so in der Spitze mehr als 100 MBit/s in die Haushalte gebracht werden. (anw)