Familienroboter kann keinen Akzent: Jibo nur für ausgewählte Crowdfunder

Noch ein erfolgreiches Crowdfunding-Projekt aus dem Jahr 2014 enttäuscht nun viele Kunden: Der Haushaltsroboter Jibo wird nur in die USA und nach Kanada geliefert. Anderswo gebe es bei der Spracheingabe zu große Probleme mit Akzenten.

vorlesen Druckansicht 52 Kommentare lesen
Familienroboter Jibo versteht keine Akzente und kommt nur in die USA und Kanada
Lesezeit: 2 Min.

Trotz einer überaus erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne soll der angeblich "erste Familienroboter der Welt" in absehbarer Zeit nur an Kunden aus den USA und Kanada ausgeliefert werden – Vorbesteller aus dem Rest der Welt bekommen keine. Wie die Entwickler mitteilten, habe der "Jibo" zu große Probleme damit, Akzente zu verstehen, wenn er außerhalb von Nordamerika eingesetzt werde und die Latenzen zu groß sind. Außerdem seien einige Datenschutzregeln zu rigide, wenn die für Jibo nötigen Server in den USA betrieben würden. Deshalb sollen alle internationalen Vorbesteller ihr Geld zurückbekommen.

Jibo war 2014 die erfolgreichste IndieGogo-Kampagne im Bereich Technik – noch vor dem AR-Motorradhelm Skully. Statt der geplanten 100.000 US-Dollar sammelten die Entwickler mehr als 3,7 Millionen ein und Bestellungen für 4800 Roboter. Die sollen weder Arme bekommen, noch sich fortbewegen können. Stattdessen interagieren sie über einen Bildschirm im runden Kopf mit der Umgebung. Die behalten sie über ein Mikrofon und zwei Kameras im Blick. Als persönlicher Assistent soll Jibo im Haushalt helfen. Gesteuert werden soll er per Spracheingabe. Hinter dem Projekt steht die bekannte MIT-Robotik-Forscherin Cynthia Breazeal und eigentlich sollten die Roboter im Herbst 2015 ausgeliefert werden. Gegenwärtig streben die Verantwortlichen den Oktober diesen Jahres an.

Wer den Roboter außerhalb der USA und Kanadas vorbestellt hat, wurde nun per E-Mail darauf hingewiesen, dass Jibo nicht geliefert werden würde. Die Entwickler hatten zwar deutlich gemacht, dass Jibo zuerst nur Englischsprecher helfen kann, aber die gibt es ja nicht nur in Nordamerika. Nun erklären die Entwickler, die Server in den USA würden in Verbindung mit Akzenten zu große Probleme für Jibo verursachen. Deshalb sollen Nicht-Nordamerikaner ihr Geld zurückerhalten – nicht in der Form der ursprünglichen Bezahlung sondern als US Business Cheque – sowie ein vages Versprechen auf Lokalisierungen ab Ende 2017. Der Scheck muss bis zum 9. September eingelöst werden.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externes Video (TargetVideo GmbH) geladen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen (TargetVideo GmbH) übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

(mho)