The Sexy Brutale: von Masken, Morden und Mädchen
Wenn es einen Preis für die schrägste Story und den am unrundesten rotierenden Spieletitel auf der Gamescom gäbe, so hätte "The Sexy Brutale" ihn gewiss verdient: Als eigentlich schon Toter rettet man hier Nachtclubgäste vor ihrer Ermordung.
Gemeinsam sind sie unberechenbar: Die Herren von Tequila Works und den Cavalier Game Studios erwecken das alte Genre des rätselgeschwängerten Absurditäten-Adventures zu neuem Leben.
Der Mut zu ungehemmtem Nonsens hat manchen Spielentwickler früherer Jahre zur Legende werden lassen – man denke nur an "Leather Goddesses of Phobos"-Schöpfer Steve Meretzky. Gewissermaßen in seiner Tradition hat ein Gemeinschaftsprojekt aus britischen und spanischen Spieldesignern einen äußerst schrägen Adventure-Puzzler namens "The Sexy Brutale" hervorgebracht.
(Bild:Â Tequila Works & Cavalier Game Studios)
Das spanische Studio Tequila Works, das mit dem Insel-Überlebensabenteuer "Rime" für PS4 bekannt geworden ist, hat sich für das neue Spiel, das in diesen Tagen auf der Gamescom in Köln vorgestellt wird, mit den unlängst gegründeten Cavalier Game Studios aus Guildford zusammengetan. Im Kern handelt es sich um eine Verbindung aus Detektiv- und Managementspiel. Neun Gäste des Nachtclubs "The Sexy Brutale", dem das Spiel seinen Titel verdankt, werden während eines Maskenballs ermordet. Zu ihnen gehört auch die Figur des Spielers. Eine Zeitschleife verhindert jedoch, dass der Tod das Ende ist. Stattdessen erleben alle Gäste nach dem "Und täglich grüßt das Murmeltier"-Muster nun immer wieder ihren letzten Tag, doch außer dem Helden fällt das niemandem auf.
Um die Schleife zu verlassen, muss man jeden einzelnen Gast vor dessen individuellem Tod retten, angeleitet von einem mysteriösen "Blutigen Mädchen". Jeder Gerettete gibt dem Helden seine verwunschene Maske, die neue Fähigkeiten freischaltet. In über 100 Räumen muss man Opfer und Täter observieren, Hinweise sammeln und Fallen entschärfen.
(Bild:Â Tequila Works & Cavalier Game Studios)
Obwohl die Idee geradezu genial erscheint, wirft das Konzept viele Fragen auf. Da bereits Gerettete nicht verschwinden, sondern beim nächsten Durchgang wieder dabei sind (und wiederum sterben können), wird man oft dieselben Schritte wiederholen müssen. Man darf gespannt sein, ob die originellen Zeichnungen und der reichlich vorhandene schwarze Humor den Spieler hinreichend lange bei der Stange halten werden. Im kommenden Jahr weiß die Spielergemeinde mehr – dann soll "The Sexy Brutale" für Windows-PCs, PS4 und Xbox One erscheinen. (psz)