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Bound: Balletttanz auf dem Würfelmeer

Das polnische Studio Plastic reißt gerne die Grenzen zwischen Spiel und Kunst ein. In Köln sprachen wir mit den Entwicklern über ihr neuests Werk für die PS4.

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Bound: Balletttanz auf dem Würfelmeer

(Bild: Sony)

Lesezeit: 3 Min.

Neben den großen Blockbuster-Titeln gibt Sony kleineren Studios auch immer wieder Platz für Kleinkunst-Experimente. Diese Woche ist das Download-Spiel Bound für die PS4 erschienen. Entwickelt wurde es von Plastic, einem kleinen neunköpfigen Studio aus Krakau.

Seine Wurzeln hat Plastic in der Demo-Szene, das zeigten bereits ihre frühen Werke wie Datura, aber auch Installationen auf der World Expo letztes Jahr in Mailand. Bound ist denn auch kein typisches Spiel, sondern mehr eine interaktive Erfahrung. Der Spieler steuert eine Ballerina durch eine phantastisch wirkende Traumlandschaft. Diese scheint über einem Meer aus sich bewegenden Würfeln zu schweben. Die Ballerina tanzt über Stege und Hindernisse, fast wie einem Jump & Run, nur anmutiger.

Mit Bound sprengen die Entwickler von Plastic die Grenzen zwischen Spiel und VR-Installation.

(Bild: c't)

Inspirationen für Bound bekam Plastic von modernen Künstlern des 20. Jahrhunderts, speziell aus der Bauhaus-Bewegung. Doch dem Spiel liegt eine mysteriöse Rahmenhandlung zu Grunde und behandelt das Thema Scheidung in einer Familie. In den sieben Kapiteln kann der Spieler das Thema aus verschiedenen Perspektiven durchleben (beziehungsweise -tanzen). Die Level können sich dabei immer wieder verändern, rund 120 Variationen seien pro Durchgang möglich, der etwa zwei bis vier Stunden dauert.

Um mysteriös zu bleiben, verzichtet das Spiel auf jedwede Texterklärungen. So kann sich der Spieler die Bedeutung der Monster, die später der Ballerina gegenübertreten, selbst überlegen. "Man kann es wie Super Mario spielen, oder sich einfach von der kunstvollen Architektur treiben lassen", erklärt Bartosz Brudy von Plastic.

Die Entwickler haben auch einen VR-Modus eingebaut. Der Spieler kann der Tänzerin auf fixen Kamera-Positionen folgen. Jedesmal, wenn er einen Knopf drückt, springt die Kamera wieder auf eine feste Position hinter der Ballerina. Wenn Wände im Weg sind, blendet das Spiel sie einfach aus, sodass der Blick niemals blockiert sind. "Die festen Positionen sind wesentlich angenehmer zu spielen, als wenn die Kamera der Tänzerin kontinuierlich folgen würde," erläutert Karol Krok von Plastic. Sie hätten bereits in Datura einen Headtracking-Modus eingebaut, und so sehr früh Erfahrungen mit VR gesammelt. "Bound kann man über stunden spielen, ohne das einem übel wird", sagt Krok. "Wichtig war uns, dass das Spiel bei all der Pracht eine Framerate von 60 fps beibehält," ergänzt Brudy.

Der VR-Modus von Bound wird automatisch freigeschaltet, wenn Sony den PSVR-Helm am 13. Oktober auf den Markt bringt. Bei unserem Probespiel konnten wie aus der Helmperspektive neue Einblicke in die überaus ästhetische Welt gewinnen. Unbedingt nötig ist es aber nicht, um die Qualität von Bound goutieren zu können.

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(hag)