Geldstrafe für Kinderporno-Sammler
Wegen Sammelns von Kinderpornos über den Internet-Zugang der Uni Erlangen-Nürnberg wurde ein Student zu einer Geldstrafe von 2100 Mark verurteilt.
Wegen Sammelns von Kinderpornos über den Internet-Zugang der Uni Erlangen-Nürnberg hat das Amtsgericht Erlangen einen Studenten zu einer Geldstrafe von 2100 Mark verurteilt. Nach Erkenntnissen der Ermittler hatte der junge Mann an einem Computer der Philosophischen Fakultät wiederholt das Internet nach kinderpornografischen Bildern abgesucht und diese heruntergeladen, berichtete das Hochschul-Rechenzentrum am Donnerstag. Der Strafbefehl war nach Angaben der Staatsanwaltschaft bereits im August ergangen. Das Gericht erteilte dem Studenten zugleich ein Verbot, künftig noch Jugendliche zu betreuen.
Auf die Spur des Kinderporno-Sammlers waren Verantwortlichen des Rechenzentrums gestoßen, nachdem sie einen Tipp vom Teilnehmer eines Chat-Forums erhalten hatten. Dieser hatte mitbekommen, wie sich der Student mit einem anderen Chat-Teilnehmer über Internet-Adressen mit kinderpornografischem Inhalten ausgetauschte. Bei Nachforschungen stießen Vertreter des Rechenzentrums schließlich auf einen umfangreichen Datenbestand mit kinderpornografischen Fotos. Auch in der Wohnung des Verdächtigen fanden die Ermittler belastendes Material.
Der stellvertretende Leiter des Uni-Rechenzentrums, Bernd Thomas, kündigte an, die Universität Erlangen-Nürnberg werde auch in Zukunft unnachgiebig gegen Missbräuche der Hochschulrechner vorgehen. Solche Verstöße seien allerdings nur schwer aufzudecken. "Wir können nicht feststellen, ob jemand aus dem Internet Kinderpornos oder wissenschaftliche Information herunterlädt", erläutert Thomas. Man habe zwar versucht, entsprechende Seiten für Studenten zu sperren. Da sich solche Adressen aber manchmal stündlich änderten, habe man dieses Unterfangen aufgegeben. Um solchen Machenschaften das Handwerk zu legen, seien die Verantwortlichen weiterhin auf Hinweise aus der Umgebung der Täter abgewiesen. (dpa) (ad)