Gamescom

Indie Arena: Shadow Tactics – bayerische Ninjas im Auftrag des Shogun

Manche Gamescom-Eindrücke bleiben auch nach der Messe im Gedächtnis haften. Dazu gehört auch das vor einem altjapanischen Hintergrund angesiedelte Echtzeit-Strategical "Shadow Tactics", das innerhalb der "Indie Arena" zu sehen war.

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Shadow Tactics

Keine Durchschnittskulisse: Das alte Japan ist ein angenehm unverbrauchter Hintergrund fĂĽr ein Echtzeit-Strategiespiel.

(Bild: Mimimi Productions)

Lesezeit: 3 Min.
Von
  • Stephan Greitemeier

Wer meint, Indie-Spiele müssten simple, unaufwendige Dinger mit grobschlächtiger Grafik sein, der kann die Präsentationen des "Indie Arena"-Bereichs auf der diesjährigen Gamescom nicht gesehen haben. Eines der besonders originellen dort vertretenen Werke unabhängiger Entwickler ist "Shadow Tactics: Blades of the Shogun". Das Echtzeit-Strategiespiel der Münchner Mimimi Productions glänzte beim Anspielen mit großen Maps, hübschen Animationen und überzeugender Spieltechnik. Als Kulisse dient das Japan des 17. Jahrhunderts.

Im Jahr 1615 reißt ein neuer Shogun die Macht in Japan an sich. Doch der neue Herrscher ist ein wohlmeinender Despot: Er fordert ein Ende von Krieg und Gewalt im Inselreich. Leider sind nicht alle Fürsten damit einverstanden. Eine geheime Rebellion beginnt sich zu formieren. Um dieser Gefahr zu begegnen, braucht der Shogun Spezialisten. Fünf Experten für klandestine Kriegsführung kämpfen in seinem Namen: ein alternder Scharfschütze, ein mächtiger Schwertmeister, eine junge Fallenstellerin, ein lautloser Ninja und eine gefährliche Geisha. Die Fünf müssen unbemerkt ihre geheimen Aufträge erfüllen. Diese bestehen darin, Feindlager zu infiltrieren, Informationen zu sammeln – oder Verschwörer zu eliminieren.

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Die Entwickler haben sich stark an Klassikern wie "Desperados" und "Commandos" orientiert. Die Spielwelt wird in Schrägdraufsicht gezeigt; man steuert bis zu fünf Charaktere gleichzeitig durch große und abwechslungsreiche Schauplätze. Vor patrouillierenden Wachen können die Helden sich in Heuhaufen oder Hecken bestens verbergen, um Laufmuster und Schwachstellen ihrer Gegner auszukundschaften.

Beim Marktstart soll das Spiel 13 bis 14 Maps mit verschiedenen Wetterbedingungen umfassen. Jede Figur hat drei bis vier besondere Fähigkeiten wie das Aufstellen von Schnappfallen, Ninjasternwürfe oder das Ablenken von Wächtern. Wie es sich für ein echtes Stealth-Spiel gehört, soll "Shadow Tactics" dem Spieler die Wahl zwischen tödlichen und nicht-tödlichen Taktiken für das Erreichen seines Ziels geben.

Taktische Überlegungen spielen eine wichtige Rolle. Die Missionen fordern auch erfahrene Strategieliebhaber. Es gilt, die Aktionen der Kämpfer genau zu planen und zu koordinieren. Dazu kann man jedem Einzelnen Befehle erteilen, die dann auf Knopfdruck ausgeführt werden. Die Entwickler versprechen 25 bis 30 Stunden Spielzeit und zudem einen hohen Wiederspielwert.

In der Demo auf der Messe spielten sich die Missionen sehr angenehm. Die weitläufige Map bot viele Wege zum Ziel; die Feinde erwiesen sich als schwer zu besiegen. Hat man sie einmal aufgeschreckt, bietet auch der dichteste Busch keinen Schutz gegen ihre suchenden Blicke. Bemerkenswert ist auch, dass die Münchner viel Arbeit investiert haben, um eine packende Geschichte zu erzählen. Es gibt Wendungen in der Story, die Spieletestern tatsächlich Tränen in die Augen getrieben haben.

Derzeit befindet sich das Spiel des Mimimi-Teams in der Alpha-Testphase. Daedalic als Publisher will es bereits zum Ende dieses Jahres fĂĽr Windows, Linux und Mac sowie fĂĽr PS4 und Xbox One auf den Markt bringen. (psz)