Besucherrekord auf der Weltausstellung
Nach hundert Tagen hat die Weltausstellung in Hannover einen neuen Tages-Besucherrekord aufgestellt. Am Samstag kamen nach Angaben der Expo-Gesellschaft erstmals mehr als 200.000 Menschen auf das Gelände.
Nach hundert Tagen hat die Weltausstellung in Hannover einen neuen Tages-Besucherrekord aufgestellt. Am Samstag kamen nach Angaben der Expo-Gesellschaft erstmals mehr als 200.000 Menschen auf das Gelände. Auch der Themenpark habe mit 160.000 Besuchern eine neue Höchstmarke erreicht, sagte Expo-Geschäftsführer Reinhard Volk am heutigen Sonntag. Für den Besucherschub sorgten vor allem Partys: Der Radiosender NDR 2 hatte mit attraktiven Livebands auf die Expo-Plaza geladen, in der Preussag Arena brachten DJs aus fünf Kontinenten Techno-Fans unter dem Motto Lovestern Galaktika meets Expo 2000 zum Schwitzen.
Expo-Generalkommissarin Birgit Breuel zog eine gemischte Bilanz der ersten 100 Expo-Tage. "Nicht alles ist in den ersten Wochen so verlaufen, wie wir es uns gewünscht hätten", sagte Breuel in einem dpa-Gespräch. "Die Differenz zwischen den realistischen und geplanten Besucherzahlen ist eine große Enttäuschung. Wir hätten der Politik gerne die damit verbundenen schweren Entscheidungen erspart." Damit meinte die Expo-Chefin vor allem das erwartete Milliarden- Defizit der Ausstellung. Zugleich sprach Breuel von einem Erfolg, vor allem wegen der Inhalte und des Programms "dieses faszinierenden Großereignisses vom Themenpark bis zu den Nationenpavillons". Breuel hob besonders die große Zufriedenheit der Besucher hervor. "Aus Sicht der Besucher, Nationen und Partner ist die Expo 2000 daher schon heute ein Erfolg. Denn hier herrscht ein Flair und eine Stimmung, die sich nicht in Zahlen und Fakten messen lässt."
Die Expo sei zudem ein hervorragendes, lebendiges Beispiel für mehr Toleranz und Völkerverständigung. "In unserem kleinen globalen Dorf auf dem Expo-Gelände wird Völkerverständigung täglich gelebt", meinte Breuel. "Dieses Erlebnis, diese Erinnerung wird viele Menschen in ihren Alltag begleiten – und damit langfristig etwas bewirken für eine friedliche und menschenwürdige Entwicklung unserer gemeinsamen Welt."
Nach den ursprĂĽnglichen Planungen war die Expo-Gesellschaft von bis zu 400.000 Menschen pro Tag im August und September ausgegangen. Von dem Ziel von insgesamt 40 Millionen Besuchern hatte sich die Expo-Gesellschaft wegen geringer Besucherzahlen bereits im Juli verabschiedet. Nun rechnen die Verantwortlichen mit insgesamt rund 14 Millionen Besuchern und einem Defizit von 2,4 Milliarden Mark. (dpa)
Siehe dazu auch den Beitrag EXPO mit angezogener Handbremse in die Endphase in Telepolis (jk)