China Labor Watch erneuert Vorwürfe gegen Apple-Zulieferer Pegatron
Eine New Yorker NGO hat die Arbeitsbedingungen beim Shanghaier Pegatron-Werk untersucht und berichtet von Verhältnissen, wie sie schon bei Foxconn angeprangert wurden.
Wenn der Apple-Chef Transparenz verspricht: Tim Cook mit chinesischen Arbeitern
(Bild: dpa, Bowen Liu/Apple)
Nachdem jüngst abermals der chinesische Apple-Zulieferer Foxconn ins Gerede gekommen ist, hat die amerikanische Non-Governmental Organisation China Labor Watch (CLW) jetzt noch einmal eine Untersuchung über Pegatron vorgelegt. Pegatron ist ein taiwanischer Zulieferer von Apple mit Werken in Festland-China. Die von CLW veröffentlichten Ergebnisse beruhen auf Untersuchungen im Pegatron-Werk Shanghai, unter anderem Befragungen von Arbeitern und Auswerten von Lohnabrechnungen, und ergänzen die Zahlen aus 2015.
Insbesondere prangert der Report exzessive Überstundenkontingente an. Seien schon 2015 im Durchschnitt 80 Stunden Mehrarbeit pro Monat geleistet worden, sei deren Umfang im März 2016 auf mehr als 100 Stunden gestiegen. Auch Praktikanten hätten weit über die reguläre Arbeitszeit hinaus arbeiten müssen. Apple hat zugesagt, die maximale Wochenarbeitszeit bei seinen Zulieferern auf 60 Stunden zu deckeln.
Mindestlohnsteigerung durch Kürzen von Sozialleistungen kompensiert
Zudem seien gesetzlich vorgeschriebene Lohnerhöhungen durch Kürzungen bei den Sozialleistungen kompensiert worden. Unter dem Strich kämen Pegatron-Arbeiter selbst mit 90 Überstunden im Monat nur auf 633 US-Dollar im Monat, das Durchschnittseinkommen in Shanghai liege bei 895 US-$ (5939 Yuan).
Obwohl die Apple-Führung immer wieder Transparenz verspreche, was die Arbeitsbedingungen bei den ausländischen Zulieferern angehe, sei die Pegatron-Leitung weder auskunfts- noch kooperationsbereit gewesen. Stattdessen seien durch verschiedene Maßnahmen wie nur ein pauschales Ausweisen von Mehrarbeit – statt der Einordnung als Sonntags- oder Nachtarbeit – die Lage bewusst verschleiert worden. (js)