Austausch von Kundenprofilen fĂĽr den E-Commerce

Ein neuer Standard soll es E-Commerce-Firmen in Zukunft ermöglichen, schnell und effizient umfassende Kundenprofile auszutauschen.

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Ein neuer Standard soll es E-Commerce-Firmen in Zukunft vorerst in den USA ermöglichen, schnell und effizient umfassende Kundenprofile auszutauschen. Auf 127 Seiten (im Web als PDF-Datei erhältlich) beschreibt der Costumer Profile Exchange Standard (CPExchange), wie die bislang rund 70 Mitglieds-Unternehmen sich via XML beispielsweise Namen, Personalausweisnummer, Steuernummer, Einkommen und Kaufverhalten ihrer Kunden zuschicken können. Ziel sei es, einen besseren Kundenservice anbieten zu können. Durch gezielten Einspruch (opt-out) sollen die Kunden eine Weitergabe der Daten verhindern können.

Mitinitiator Brandley Husick schwärmt in den höchsten Tönen von dem System: "Wäre es nicht klasse, wenn Sie bei Problemen mit Ihrem neuen Laptop einen fremden Kundensupport anrufen könnten und der Mitarbeiter am Telefon wüsste ohne Nachfrage, wann Sie welches Gerät wo gekauft haben?" Offensichtlich finden nicht alle diese Vorstellung so klasse. Senator Richard Shelby bat die US-Handelsaufsicht Federal Trade Commission (FTC) in einem offenen Brief darum, die Entwicklung des Projekts genau zu beobachten und es unter dem Aspekt des Schutzes der Privatsphäre zu untersuchen.

Auch die unabhängigen Datenschutzorganisationen in den USA schlugen bereits Alarm. Jason Catlett von Junkbusters, der die CPExchange-Gruppe in Privacy-Fragen beraten hat, bemängelte etwa, dass wohl nur wenige Käufer merken werden, was mit ihren Daten tatsächlich geschieht. Die opt-out-Mögichkeit bestehe zwar im Standard, würde aber nicht wirklich die Privatsphäre schützen. "Man könnte sagen, dass die da gerade ein Maschinengewehr mit einem Sicherheitsmechanismus entwickeln, den kaum jemand je benutzen wird." (hob)