Cross-Plattform-Entwicklung: Was landet in Qt 5.8?

Qt 5.8 will mit neuer Grafik-Architektur fĂĽr Qt Quick, UnterstĂĽtzung fĂĽr Direct3D 12, neuer QML-Caching-Engine, neuen Modulen und der Integration des Qt-Lite-Projekts punkten.

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Cross-Plattform-Entwicklung: Was landet in Qt 5.8?
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Von
  • Alexander Neumann

Mit der Veröffentlichung der Alpha-Version von Qt 5.8 sind nun die meisten geplanten neuen Features der plattformübergreifenden Klassenbibliothek bekannt geworden. Als wichtigste Änderungen dürfen eine neue Grafik-Architektur für Qt Quick und damit einhergehend auch die Unterstützung für Microsofts Grafik-Schnittstelle Direct3D 12, eine neue QML-Caching-Engine, die Integration des Qt-Lite-Projekts und neue Module wie den Qt Wayland Compositor gelten.

Das Ziel der Überarbeitung der Grafikarchitektur für das Entwicklungsframework Qt Quick war die Entkopplung von Abhängigkeiten mit OpenGL. Die neue Architektur umfasst ein offenbar deutlich verbessertes Rendering-Backend für Qt Quick und auch das erwähnte Backend für Direct3D 12. Die neue Caching-Infrastruktur der QML-Engine kann nun QML-Dateien in vorkompiliertem Binärformat cachen. Das hat offenbar zur Folge, dass das Laden von QML-Anwendungen spürbar schneller vonstatten geht. Auch wurde dadurch der Speicherverbrauch anscheinend reduziert.

Das Qt-Light-Projekt richtet sich primär an die Entwicklung für Endgeräte mit geringem Speicher, die lediglich 32 oder gar 16 MByte Speicher besitzen. Als Architektur steht dabei zunächst ARM Cortex A im Mittelpunkt, aber das erklärte Ziel ist, dass Entwickler mit Qt auch Anwendungen für den Cortex M7 erstellen können. Zur Abgrenzung mit dem klassischen Qt setzt das Team auf eine verstärkte Modularisierung.

Mit Qt 5.8 startet auch deswegen ein neues Konfigurationssystem, mit dem Entwickler die von einzelnen Modulen benötigten Features festlegen können. Dieser konfektionierte Aufbau besteht aus Qt Core, Qt Network, Qt GUI, Qt QML und Qt Quick. Der Arbeitsablauf erfolgt dabei umgekehrt als bisher: Statt einzelne Bereiche zu deaktivieren, starten Entwickler mit einer Minimalkonfiguration und fügen Features bei Bedarf hinzu. Das System soll ihnen dabei einen Überblick geben, welchen Einfluss die Erweiterung auf den Footprint der Anwendung hat. Ein neues grafisches Tool dient dem Erstellen und Abspeichern von Konfigurationen.

Die Module Wayland Compositor, SCXML und Serial Bus sind nun vollständig unterstützte Techniken von Qt. Den Status sogenannter Technology Previews haben jetzt hingegen die Module Qt Speech und Qt Network Authentication (inkl OAuth-Support).

Für die Beta-Version etwas später im Jahr verspricht Qt-Chefentwickler Lars Knoll weitere, bislang nicht aufgenommene Features. Das finale Release soll Ende November erscheinen; allerdings kam es in der Qt-Entwicklung, beispielsweise bei Qt 5.6, immer wieder auch zu teils größeren Verschiebungen. Doch die Entwickler hatten hierin zuletzt Besserung gelobt. (ane)