Mobil-Entwickler: Gesunder Wettbewerb, aber auch Kritik gegen Regierungseingriffe

Eine von der Application Developers Alliance durchgefĂĽhrte Umfrage unter Entwicklern von Smartphone-Applikationen ergab, dass die meisten den Mobilmarkt als konkurrenzbetont empfinden und Regierungseingriffen kritisch gegenĂĽberstehen.

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Application Developers Alliance: Gesunder Mobilwettbewerb, aber auch viel Kritik gegen Regierungseingriffe
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Tam Hanna
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Der auf eine Befragung von 673 Entwicklern zurückgehende Bericht der Application Developers Alliance (ADA) ergab, dass 97 Prozent der Umfrageteilnehmer die Mobile-Industrie als in gesundem Wettbewerb stehend empfinden – 76 Prozent der weltweit befragten Entwickler empfanden die Konkurrenz als "sehr stark".

Als wichtigsten "Sorgenfaktor" empfindet die Mehrheit der Entwickler – über genaue Zahlen schweigt sich die ADA hier aus – das Problem, dass Kunden die hauseigene App nur schwer im jeweiligen Store finden können. Weltweit sehen nur 21 Prozent der Entwickler die Anbieter der Betriebssysteme als Hauptproblem. Mehr als die Hälfte dieser Gruppe sind über die App Stores verärgert: Apples unklare Freigaberegeln werden beispielsweise als massives Problem wahrgenommen und im Bericht explizit genannt.

Als größte Gefahr (weltweit 40 %, in Europa 38 %) empfinden Durchschnittsentwickler ihre mit mehr Kapital ausgestatteten Konkurrenten: Insbesondere beim Kampf im Freemium-Bereich wird ein größeres Werbebudget als immensen Vorteil angesehen.

Laut den Umfrageergebnissen ist die Dominanz von App Store und Play Store weit weniger ausgeprägt, als die meisten Beobachter annehmen wollen. Mehr als 40 Prozent der befragten Entwickler nutzen einen weiteren Kanal; 23 Prozent kommen offenbar ohne die "zwei Großen" aus.

In der Anfangszeit der Handcomputertechnik galt es als besondere Ehre, wenn ein Hersteller ein Produkt ins ROM seines PDAs brannte – von Symbian Limited gab es seinerzeit sogar ein kostenloses Booklet (Ready for ROM) zum Thema, das mittlerweile leider vergriffen ist. Aus Sicht des Gesamtökosystems spielen die Produkte allerdings keine besondere Rolle: Ein Drittel der Entwickler fühlt sich durch vorinstallierte Apps bedroht, während zwei Drittel darin kein Ärgernis sehen. 62 Prozent befürworten sie sogar explizit: Die ADA nennt in ihrem Bericht jedoch keine Gründe dafür.

Schon lange gilt das Verbessern einer vorinstallierten Applikation als bester Weg zum Gewinnen von Einnahmen – in vielen Fällen kauften Nutzer sogar eine weitere Kopie einer App, die schon im ROM des jeweiligen PDAs war.

Relevant ist auch, dass App-Entwickler Regierungseingriffen im Allgemeinen kritisch gegenüberstehen – 54 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die Industrie ihre Probleme selbst regeln sollte. Regierungseingriffe wurden derweil nur von 11 Prozent befürwortet, während der Rest keine Meinung hatte – leider ist diese Zahl nicht nach Herkunftsland aufgebrochen. (ane)