Eine Falle, sie alle anzulocken

Ein künstlicher Schweißgeruch lockt gefährliche Moskitos in eine neuartige Insektenfalle.

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Von
  • Roman Goergen

Die Anopheles-Mücke liebt den Geruch von Schweiß. Dadurch findet der Zwischenwirt des Malaria-Erregers seine menschlichen Opfer.

Das macht sich nun ein Team der niederländischen Universität Wageningen, des kenianischen Zentrums für Insektenforschung ICIPE und des Schweizer Tropeninstituts Swiss TPH für eine neue Falle zunutze: Mit einem Gemisch aus Milchsäure und anderen Stoffen locken sie die Mücken an.

Auf der kenianischen Insel Rusinga im Victoriasee installierten sie für eine dreijährige Studie 4500 Fallen. Die Moskito-Population schrumpfte um 70 Prozent, was zu rund 30 Prozent weniger Malaria-Erkrankungen führte.

"Mein Traum ist es, Malaria ohne die Hilfe von Insektiziden zu besiegen", sagt Studienleiter Willem Takken von der Universität Wageningen. Mit der SolarMal-Falle ist er dem Ziel einen Schritt näher gekommen: Das Gerät erinnert an einen Lampenschirm mit einem schwarzen Zylinder im Zentrum.

Dort werden die Insekten angelockt und dann entweder vom Ventilator zerquetscht, oder sie verdursten in der Falle. Die Methode kommt aber nicht nur für Malaria infrage. "Auch der Überträger von Gelbfieber, Zika und Dengue wird von denselben Gerüchen angezogen", so Takken.

Billig ist die Falle nicht: Sie kostet rund zehn Euro pro Jahr. Da sie aber per Solarmodul Strom erzeugt, liefert sie noch Energie für Haus und Handy: Das macht sie noch attraktiver. (bsc)