IG Medien tritt für Urheberrechtsabgabe ein

Im Streit um die geplante Urheberrechtsabgabe für digitale Medien hat der Vorsitzende der IG Medien, Detlef Hensche, sich auf die Seite des Justizministeriums gestellt und die Industrie kritisiert.

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Von
  • Christian Persson

Im Streit um die geplante Urheberrechtsabgabe für digitale Medien hat der Vorsitzende der IG Medien, Detlef Hensche, sich auf die Seite des Justizministeriums gestellt und die Industrie kritisiert. Deren Befürchtung, die Abgabe führe zu einer Belastung der Branche von einer Milliarde Mark "gehören ins Reich der Fabel", sagte Hensche der Berliner Zeitung. Die vorgesehenen Vergütungssätze bewegten sich vielmehr im "Pfennigbereich" oder bei "ein paar wenigen Mark".

Die Klagen über Abwanderungen ins Ausland oder gar den Verlust von Arbeitsplätzen nannte Hensche "baren Unfug". Seit 1965 gebe es bereits vergleichbare Regelungen für ältere Geräte "und kein einziger Gerätehersteller etwa von Leerkassetten ist deswegen ins Ausland gegangen". Hensche rief die Computerhersteller auf, ihrer Verantwortung gegenüber den Autoren gerecht zu werden: "Kein Unternehmen könnte seine Geräte verkaufen, gäbe es nicht Texter, Komponisten oder Interpreten." Zugleich forderte er Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin auf, die umstrittene Gebühr trotz der "hysterischen Reaktionen in der Industrie" schnellstmöglich zu verabschieden. "Die Regierung darf sich nicht von den Kampagnen interessierter Kreise beeindrucken lassen", sagte der Gewerkschaftschef. (cp)