Yuki Kimura ist Weltmeister im Kopfrechnen

Der Japaner hat heute die siebte Kopfrechen-Weltmeisterschaft in Bielefeld gewonnen; unter den besten FĂĽnf sind zwei Deutsche.

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Mental Calculation World Cup 2016

(Bild: Mental Calculation World Cup)

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Bei der 7. Weltmeisterschaft im Kopfrechnen traten gestern und heute 31 Teilnehmer in Bielefeld gegeneinander an. Gewonnen hat der Japaner Yuki Kimura. Auf Platz zwei landete Tetsuya Ono, ebenfalls aus Japan, Platz drei sicherte sich die Südkoreanerin Jeonghee Lee. Der 21-jährige Mathematikstudent Andreas Berger aus Jena kam auf Platz vier, wie Hauptschiedsrichter Ralf Laue am Sonntag mitteilte. Der mit 14 Jahren jüngste Teilnehmer, Wenzel Grüß aus dem niedersächsischen Lastrup bei Cloppenburg, kam in der Gesamtwertung auf Platz fünf.

Drei Klassenarbeiten musste der jüngste unter den insgesamt 31 Wettkämpfern aus 17 Ländern der Welt in der vergangenen Woche hinter sich bringen. Nun ist er froh, sich am Wochenende endlich seinem liebsten Hobby, dem Kopfrechnen, zu widmen. "Bei der Addition habe ich elf Aufgaben geschafft", sagt er nach den ersten Durchgängen. Addieren musste er jeweils zehn zehnstellige Zahlen in siebenminütiger Akkordarbeit. Der 14-Jährige ist in der achten Klasse eines Gymnasiums und amtierender Jugend-Weltmeister im Kopfrechnen.

Bis zum 72-jährigen Wettkampf-Ältesten aus Frankreich starten alle Teilnehmer gemeinsam in mehreren Disziplinen: vom Kalenderrechnen, bei dem der Wochentag eines beliebigen Datums aus unterschiedlichen Jahrhunderten errechnet werden muss, bis zum Quadratwurzelziehen aus sechsstelligen Zahlen.

Die Lieblingsdisziplin von Andreas Berger ist das sogenannte Vielseitigkeitsrechnen: "Man bekommt Überraschungsaufgaben, für die man schnell eine Lösungsstrategie finden muss."

Ralf Laue, Informatik-Professor aus Zwickau, ist Hauptschiedsrichter bei der WM, die seit 2004 alle zwei Jahre stattfindet. Er verweist Wunderkinder und Superhirne ins Land der Legenden: "Mathematische Fähigkeiten kann man ebenso trainieren wie seine Muskeln. Hier sind keine Wunderkinder, sondern Talente, die durch Training viel erreicht haben. Und wie beim Sport gilt auch in der Mathematik: Ein gewisses Level kann jeder erreichen." Das bestätigt auch Michael Kleine von der Universität Bielefeld. Der Mathematikprofessor unterstützt die WM mit einer Gruppe Studierender bei der Aufsicht während der Wettkämpfe und der Korrektur der Lösungsbogen. Er erhofft sich dadurch Hinweise auf die Methoden der Schnellrechner. (dpa) / (ciw)