Abgasbetrug: Audi-Entwicklungsvorstand geht

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Abgasbetrug: Audi-Entwicklungsvorstand geht
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Audi hat sich von seinem Technikvorstand Stefan Knirsch getrennt. Der 50-Jährige, der seinen Posten erst im Januar angetreten hatte, „legt seine Funktion mit sofortiger Wirkung nieder und verlässt das Unternehmen im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat“, teilte Audi heute in Ingolstadt mit. Gründe wurden nicht genannt. Im Umfeld des Volkswagen-Konzerns wurde jedoch bestätigt, dass die US-Kanzlei Jones Day bei ihren Ermittlungen zum Abgasbetrug im Auftrag des Volkswagen-Aufsichtsrats Informationen gefunden haben, die Knirsch massiv belasteten.

Zum Ausstieg von Dr. Knirsch fand man bei Audi eine einvernehmliche Lösung.

(Bild: Audi)

Er soll demnach bereits früher von den Manipulationen an den Dieselmotoren gewusst haben. Außerdem sollen auch Mitarbeiter Knirsch belastet haben. Knirsch war mit Unterbrechungen seit 1990 bei Audi und Porsche tätig, seit 2013 hatte er die Motorenentwicklung der Volkswagen-Marke Audi geleitet. Knirsch war im Dezember als Nachfolger des Audi-Entwicklungsvorstands Ulrich Hackenberg berufen worden, der nach dem Abgasbetrug abgelöst wurde.

Audi ist eine der wichtigsten Marken im Volkswagen-Konzern: Mit ihren Oberklasseautos hat die Audi AG in den vergangenen Jahren fast die Hälfte des Konzerngewinns bei Volkswagen erwirtschaftet. Die Geschichte von Audi begann um die Jahrhundertwende in Sachsen, wo die Firmen Wanderer, Horch, Audi und DKW Fahrräder, Motorräder und Autos bauten. Nach dem Zweiten Weltkrieg fing Audi auf einem ehemaligen Militärgelände in Ingolstadt neu an. 1958 wurde das Unternehmen eine 100-prozentige Tochter der Daimler-Benz AG, 1964 wechselte es dann in den Besitz von Volkswagen.

Heute beschäftigt Audi weltweit rund 85.000 Mitarbeiter – mehr als die Hälfte davon in Ingolstadt. Große Werke hat Audi auch in Neckarsulm, Brüssel, im ungarischen Györ und in China, wo das Unternehmen ein Drittel seiner Autos verkauft. Im Volkswagen-Konzern hat Audi die Federführung für die Entwicklung autonom fahrender Autos.

(mit Material der dpa) (fpi)