Hinweise zu MS-Sicherheitslücken urheberrechtlich geschützt

Software-Goliath Microsoft hat dem David BugTraq untersagt, Texte zu Sicherheitslücken von Microsofts Webseiten zu kopieren und als Mails zu versenden.

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Von
  • Peter Monnerjahn

Die Diskussion um Urheberrecht im Internet zeitigt ganz neue Auswirkungen. Software-Goliath Microsoft hat dem David BugTraq untersagt, Texte zu Sicherheitslücken von Microsofts Webseiten zu kopieren und als Mails zu versenden. Bis vor kurzem waren E-Mails mit den kompletten Sicherheitshinweisen als Text zwar auch bei Microsoft noch gängige Praxis, aber inzwischen werden nur noch Mails mit URLs verschickt, die auf Webseiten bei Microsoft verweisen.

Vor einer knappen Woche fand bei Microsoft die Umstellung auf das neue Format statt. Als BugTraq dann den – allerdings mit Copyright-Hinweisen versehenen – Text einer Sicherheitsmeldung von Microsofts Webseiten kopierte, um in gewohnter Weise über seinen Newsletter den Text zu versenden, protestierte Microsoft umgehend gegen diese Verletzung des Urheberrechts.

Nicht wenige Abonnenten des BugTraq-Newsletters sind über das neue Format der Sicherheitshinweise von Microsoft verärgert. Für sie macht dies den Umgang mit den Sicherheitshinweisen unnötig kompliziert. Unbegründet sind aber immerhin die Befürchtungen, viele Administratoren, die nicht Fenster-basiert arbeiten, sondern über eine Konsole, könnten nicht einmal die Webseiten betrachten: Die Sicherheitshinweise von Microsoft sind Lynx-kompatibel.

Noch ist aber unklar, weshalb Microsoft auf einmal darauf pocht, an den eigenen Sicherheitshinweisen auch das Urheberrecht zu haben. Mit einem Augenzwinkern kommentierte der britische Nachrichtendienst The Register bereits, in Redmond solle man doch von den Lizenzgebühren, die man für Weiterverwendung der Fehlermeldungen erheben könnte, eine Prämie für den Urheber des potenziell folgenschwersten Fehlers ausschütten. (pmo)