Stromfresser Internet

Bei gleich bleibender Technik dürfte sich in Deutschland der Stromverbrauch durch Nutzung des Internet in den nächsten 10 Jahren drastisch erhöhen.

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Von
  • Adolf Ebeling

Bei gleich bleibender Technik dürfte sich in Deutschland der Stromverbrauch durch Nutzung des Internet in den nächsten 10 Jahren drastisch erhöhen. Zu diesem Ergebnis kommt das Wuppertal Institut in seiner Studie "GHG Emission Trends of the Internet in Germany".

Unter der Voraussetzung, dass im Jahre 2010 bis zu 95 Prozent aller Haushalte ans Netz angeschlossen und durch die weite Verbreitung von Flatrates permanent online sind, um auch Haushaltsgeräte übers Internet fernzusteuern, haben die Forscher ausgerechnet, dass der jährliche Stromverbrauch durch Betrieb von Netzinfrastruktur und angeschlossenen Endgeräten von diesjährig 4 – 5 Milliarden kWh auf bis zu 35 Milliarden kWh im Jahr 2010 anwachsen könnte. Das wären dann 7 Prozent des gesamten derzeitigen jährlichen Stromverbrauchs in Deutschland.

Abhilfe müsse von allen Beteiligten kommen, mahnt Stefan Thomas, Projektleiter in der Abteilung Energie des Instituts. "Hersteller, Anwender und Politik haben es in der Hand, durch Herstellung und Nutzung verbesserter Geräte den direkten Stromverbrauch des Internet bis 2010 auf etwa 2 Prozent des gesamten Stromverbrauchs zu begrenzen." Zugleich ließen sich die CO2-Emissionen um 2 Prozent reduzieren.

Um zumindest die direkten Effekte des Internet auf ein Minimum zu senken, schlagen die Autoren vor, dass PCs und TV-Boxen (inklusive Bildschirm) in Internet-Empfangsbereitschaft maximal 5 Watt, andere Endgeräte im Wartezustand höchstens 1 Watt verbrauchen sollten. Die Frage, ob das Internet indirekt Einfluss auf den Verkehr nimmt, und dadurch eventuell zur Reduzierung von Emissionen beiträgt, konnten die Forscher nicht eindeutig beantworten. (ae)