Trump vs. Clinton: Spiele und Facebook wollen beim Wählen helfen

Kurz vor den US-Wahlen können sich Facebook-Nutzer über Abstimmungen in ihren Bezirken informieren - Indie-Games-Entwickler setzen sich dagegen eher ironisch mit der Wahl auseinander.

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Trump vs. Clinton: Spiele und Facebok wollen beim Wählen helfen

Im Steam-Shop sind diverse Indie-Titel zur US-Wahl erhältlich, zum Beispiel der Trump Simulator VR.

Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Achim Barczok

Facebook informiert über Kandidaten der anstehenden US-Wahlen.

(Bild: Facebook)

In Deutschland gibt es den Wahl-O-Maten, in den US gibt es Facebook. Eine gute Woche vor den US-Wahlen am 8. November will das soziale Netzwerk seine Mitglieder dazu ermutigen, sich über die Kandidaten zu informieren und zur Wahl zu gehen – und natürlich ihre Entscheidungen auf Facebook kundzutun. Auf einer seit Freitag freigeschalteten Webseite können Nutzer sich nicht bloß Informationen zu den Kandidaten der Präsidentschaftswahlen einholen, sondern auch zu weiteren Wahlen und Abstimmungen, die im jeweiligen Bezirk am 8. November anstehen. Dazu ist es allerdings erforderlich, seine genaue Post-Adresse in Facebook einzutippen. Die Infos zu den Kandidaten und Abstimmungen stammen von der als unabhängig geltenden NGO "Center for Technology and Civic Life".

Facebook fordert seine Nutzer auf der Seite gleichzeitig dazu auf, Favoriten zu markieren und Freunden mitzuteilen, für wen oder was man abstimmen wird. Ob Facebook diese Daten auch an anderer Stelle nutzt, zum Beispiel für Werbung, ist nicht bekannt; das Unternehmen verspricht aber laut einem Bericht auf recode zumindest, dass die Post-Adresse nicht im öffentlichen Bereich des Facebook-Kontos erscheint.

Auch in diversen in den vergangenen Monaten veröffentlichten Computer-Spielen kann man sich politisch "engagieren", hier steht jedoch meist der satirische Umgang mit den Präsidentschaftskandidaten im Vordergrund. Auf der Seite thegoparcade.com hat eine Entwickler-Gruppe um den ehemaligen Creative Director von Buzzfeed Chris Baker diverse Mini-Spielchen rund um die US-Partei der Republikaner veröffentlicht, bei denen man beispielsweise Donald Trump seine Steuererklärung entreißen muss oder Immigranten nach Mexiko wegschnippt. Ursprünglich sollten die Spiele für iOS erscheinen, doch Apple hatte sie als zu beleidigend ("offensive") für seinen App Store abgelehnt.

Steam ist voll von Trump-Gelegenheitsspielen.

(Bild: Steam)

Im Shop der Spiele-Plattform Steam haben derzeit Indie-Spiele mit Wahlbezug Hochkonjunktur: Hier dreht sich ebenfalls in den meisten alles um Donald Trump: So nimmt man beispielsweise den Ausgang der Wahl schon vorweg und tritt in die Rolle eines Präsidenten Trump oder kann sich im Trump Simulator VR im virtuellen Büro des Kandidaten austoben. Das Wissenschaftsmagazin New Scientist sieht den jüngsten Anstieg solcher Mini-Spielchen vor allem Entwickler-Tools wie Twine oder Construct 2 geschuldet, mit denen man in wenigen Tagen fertige Gelegenheitsspiele zusammenschustern kann. (acb)