ApplixWare: Todesurteil für Office-Paket unter Linux?

Applix will seine Linux- und ASP-Tochter VistaSource abstoßen; wenn sich kein Käufer findet, soll die Firma liquidiert werden.

vorlesen Druckansicht 101 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

Applix will seine Office- und ASP-Tochter VistaSource abstoßen. Neben den Bilanzzahlen des vergangenen Jahres verkündete das Unternehmen, es wolle sich ganz auf Software zur Kundenanalyse und Geschäftsplanung konzentrieren. Diese Entscheidung bedeutet möglicherweise das Aus für das von VistaSource vertriebene Office-Paket ApplixWare. Die Software gibt für verschiedene Plattformen, darunter in Version 4.41 für Linux, Unix und Windows. Die Version 4.42 ist für verschiedene Unix- und Linux-Varianten zu haben, ApplixWare 5.0 bislang nur für Intel-Linux.

Seit Dezember letzten Jahres bemüht sich Applix um einen Käufer für das Tochterunternehmen. Der Hersteller lässt keine Zweifel, was aus der erst im letzten Jahr gegründeten VistaSource werden soll, wenn sich nicht bald ein neuer Besitzer findet: In diesem Fall soll das Unternehmen noch im ersten Quartal 2001 liquidiert werden. Der Jahresbericht weist VistaSource schon als "beendete Operation" aus.

Im Vergleich zum Vorjahr sanken die Umsätze von Applix um neun Prozent – von 55,8 Millionen auf 50,5 Millionen US-Dollar. Die Ursache für die negative Entwicklung sieht das Unternehmen in VistaSource: Die Umsätze der Linux-Tochter sanken um 46 Prozent beziehungsweise 8,7 Millionen US-Dollar. Demgegenüber stiegen die Umsätze im Bereich Kundenanalyse und Geschäftsplanung von 36,9 Millionen auf 40,2 Millionen US-Dollar – ein Zuwachs von neun Prozent. Während Applix im Jahr 1999 noch mit einem Gewinn von 2,4 Millionen US-Dollar dastand, musste es für das vergangene Jahr einen Verlust von 7,7 Millionen US-Dollar ausweisen: Folge von Investitionen in Höhe von rund acht Millionen US-Dollar, erklärt das Unternehmen. (atr)