Tiefseequallen bringen neue Leuchtdioden
Ein grün fluoreszierende Protein, das die Qualle Aequorea victoria produziert, könnte zur Entwicklung effektiverer organischer Leuchtdioden führen.
Ein Protein, das die Qualle Aequorea victoria produziert, könnte zur Entwicklung effektiverer organischer Leuchtdioden führen. Das grün fluoreszierende Protein (GFP) "sammelt" die Energie, die in den chemischen Reaktionen der Zelle produziert wird, in so genannten Chromophoren, die dann grünes Licht abstrahlen.
Mark Thompson und seine Kollegen von der University of Southern California in Los Angeles haben sich vom Aufbau dieses Proteins inspirieren lassen. Den Wissenschaftlern ist es jetzt gelungen, eine Reihe von fluoreszierenden Molekülen zu schaffen, die die Eigenschaften der Chromophore imitieren – allerdings ohne das umgebende Proteingerüst. Die Forscher berichteten in der Fachzeitschrift Advanced Materials (Vol. 12, S. 1678 vom 1. Dezember 2000) über ihre Resultate. Sie verteilten verschiedene Chromophore in einer Matrix des leitenden organischen Moleküls Aluminium-tris(8-hydroxychinolin) und konstruierten so organische Leuchtdioden (OLEDs), die grünes oder oranges Licht abgeben.
Die Leistungsfähigkeit dieser OLEDs ist derzeit noch weitaus geringer als bei konventionellen Leuchtdioden, aber die Wissenschaftler sind optimistisch, was die weiteren Aussichten für diese Form der organischen LEDs betrifft. "Es gibt eine Vielzahl von fluoreszierenden Organismen. Man kann die Kenntnis dieser natürlich vorkommenden Systeme nutzen, um Stoffe herzustellen, die in elektronischen und optoelektronischen Anwendungen eingesetzt werden können", erklärte Mark Thompson. Letztendlich könnten diese organischen LEDs zu leistungsfähigeren Flachbildschirmen bei tragbaren Computern führen. (wst)