Wargames im Weltall: USA simuliert zukĂĽnftigen Krieg

In einem Planspiel hat die US-Luftwaffe erstmals einen bewaffneten Konflikt im Weltall geprobt.

vorlesen Druckansicht 115 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Wolfgang Stieler

In einem Planspiel hat die US-Luftwaffe erstmals einen bewaffneten Konflikt im Weltall geprobt – im Zentrum des Kriegsspiels standen die Satellitensysteme und Informationsstrukturen der Kontrahenten. Wie die Washington Post berichtet, waren am fünftägigen "Schriever 2001 Wargame" 250 Militärs und Zivilisten beteiligt.

Das Szenario des Jahres 2017 begann zwar ganz klassisch – Rot bedroht den kleinen Staat Braun; dieser bittet die Großmacht Blau um Hilfe –, zentrierte sich aber schnell um die Erfordernisse der Informationskriegsführung: In der modernen Kriegsführung ist es enorm wichtig, nahzu in Echtzeit über die Bewegung der eigenen und feindlichen Kräfte informiert zu sein. Folgerichtig spielten die Militärs die Sicherung eigener und Angriffe auf feindliche Satelliten oder die Bedrohung von Weltraumstationen durch.

Das Simulationsspiel beinhaltete auch, dass im Konflikt die kommerziellen Satelliten eine Rolle spielen – so forderten die Blauen die Betreiber von Satellitennetzen auf, Rot keine Informationen zu liefern; die "Vertreter" der Satellitenbetreiber verwiesen aber auf laufende Verträge.

Das Ergebnis des amerikanischen Kriegsspiels war, dass die US-Systeme im Weltraum zu leicht zu stören oder außer Kraft zu setzen sind – und dass die Abhängigkeit von privatwirtschaftlichen Betreibern von Satellitendiensten sehr groß ist. Das ist Wasser auf die Mühlen des neuen US-Verteidigungsministers, Donald Rumsfeld. Dieser hatte erst vor kurzem als Vorsitzender einer parlamentarischen Kommission gewarnt, dass den USA im Weltraum ein "Pearl Harbor" drohe, wenn dort nicht eine militärische Überlegenheit gesichert werde.

Mehr in Telepolis: Kriegsspiel im Weltraum. (wst)