Keine Zusagen für Ex-Mannesmann-Chef von Vodafone

Vodafone-Chef Chris Gent betonte in einem WDR-Interview, Klaus Esser habe keine Zusagen für die Aufgabe des Widerstands gegen die Mannesmann-Übernahme erhalten.

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  • dpa

Der ehemalige Mannesmann-Vorstandschef Klaus Esser hat nach einem Bericht des WDR keine finanziellen Zusagen von Vodafone erhalten. "Esser kämpfte geradezu verzweifelt um seinen Job und um die Unabhängigkeit von Mannesmann", sagte Vodafone-Chef Chris Gent in einem WDR-Fernsehinterview, das am 9. Februar im Rahmen einer Mannesmann-Dokumentation ausgestrahlt wird. Auszüge aus dem Gespräch teilte der WDR am Dienstag vorab mit. Es sei ziemlich hart, Esser jetzt zu unterstellen, er habe persönliche Vorteile aus der Situation ziehen wollen, betonte Gent.

Nach der erfolgreichen Übernahme des Traditionskonzerns durch den britischen Mobilfunkbetreiber Anfang Februar vergangenen Jahres hatte der Manager eine Entschädigung von 60 Millionen DM erhalten. Eine Stuttgarter Anwaltskanzlei hatte daraufhin wegen des Verdachts auf Untreue eine Anzeige gegen Esser erstattet. Die Millionen-Abfindung, argumentieren die Kläger, sei eine Gegenleistung dafür gewesen sein, dass Esser seinen Widerstand gegen die Mannesmann-Übernahme durch Vodafone aufgegeben habe. Am gestrigen Montag wurde bekannt, dass die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf die Beschwerde der beiden Anwälte gegen die Einstellung des Verfahrens prüft.

Nach weiteren Angaben des WDR wies Esser den Vorwurf der Bestechung und Vorteilsnahme entschieden zurück. Die Anerkennungsprämie betrage nicht einmal 0,2 Promille des Gewinns von rund 300 Milliarden Mark, die die Aktionäre gemacht hätten. Esser: "Ich bin der Meinung, dass die Höhe der Zuwendung am Erfolg des Managers gemessen werden soll". Zugleich bat er um Verständnis dafür, dass er das Angebot des Aufsichtsrates nicht abgelehnt habe. Die Dokumentation Auf Biegen und Brechen – Aufstieg und Ende von Mannesmann wird am 9. Februar 2001, 23.15 Uhr, im WDR-Fernsehen ausgestrahlt. (dpa) / (jk)