Microsoft schließt Bündnis mit Chip-Herstellern
Für den Einsatz der Embedded-Versionen seiner Betriebssysteme auf neuen Kleincomputern und Spezialgeräten holt sich Microsoft Chip-Hersteller ins Boot.
Auf einer Konferenz für Embedded-Entwickler von Microsoft in Las Vegas hat Firmen-Präsident Steve Ballmer angekündigt, der Software-Riese werde ein Bündnis mit Halbleiter-Herstellern eingehen. Ziel sei es, Chips für Geräte herzustellen, in denen die Embedded-Versionen von Microsofts Betriebssystemen laufen.
Nach einem Bericht des Wall Street Journal plant Microsoft sogar, den Chip-Produzenten – darunter befinden sich Intel, MIPS und ARM – die Veränderung des Quellcodes von Windows CE zu gestatten. Bisher hat die Softwareschmiede aus Redmond nur ausgewählte Entwickler ins Innenleben von CE schauen, niemanden aber daran bauen lassen.
Windows CE und die Embedded-Version von NT sollen dadurch neue Anwendungen finden. Geplant sind angeblich unter anderem Glücksspielautomaten von Bally Gaming & Systems, die auf der Basis von NT die Slot-Machines etwa mit bestehenden Computersystemen für Abrechnung und Sicherheit verbinden sollen. Und Scanz bemühe sich, Windows CE in einem Handheld einzusetzen, mit dem sich beispielsweise Football-Schiedsrichter und Trainer Wiederholungen von Spielszenen anschauen können.
Auf solchen Gebieten hatte Microsoft bisher allerdings zu kämpfen – nicht zuletzt auf Grund der verhälnismäßig aufgeblähten Microsoft-Systeme (im Vergleich etwa zu Palm OS oder EPOC) und der verbreiteten Auffassung, sie seien unzuverlässig. Seit Erscheinen der Version Windows CE 3.0 und der Gründung einer Embeddded Appliance Platform Group (EAPG) im Hause Microsoft habe sich aber die Zuverlässigkeit verbessert, hält Bill Veghte dagegen. Der EAPG-Vizepräsident sagte, seine Gruppe zähle 450 Entwicklerpartner aus der Hardware-Branche, was eine Steigerung um 125 Prozent seit September bedeute und auch in einer Verdreifachung des Umsatzes binnen sechs Monate zu sehen sei. (Götz Konrad) / ()