Leibniz-Gemeinschaft fordert mehr ausländische Wissenschaftler
Deutschland muss sich nach Ansicht der Leibniz-Gemeinschaft dringend für ausländische Wissenschaftler öffnen.
Deutschland muss sich nach Ansicht der Leibniz- Gemeinschaft dringend für ausländische Wissenschaftler öffnen. Das sei angesichts der schrumpfenden Zahl deutscher Naturwissenschaftler und Ingenieure nötig, sagte der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, Frank Pobell, am Mittwoch zur Eröffnung der fünften Jahrestagung der Gemeinschaft in Dresden. Die Politik müsse den Hochschulzugang und Arbeitsmöglichkeiten für Ausländer erleichtern.
Die Wissenschaftsgemeinschaft, ein 1995 gegründeter Zusammenschluss von 78 Instituten, befasst sich auf der dreitägigen Tagung zudem mit der Frage, wie Forschung auf Dauer "exzellent und effizient" bleiben kann. Dabei will die Gemeinschaft nach eigenen Angaben die Qualitätskontrolle, Kosten- und Leistungsrechnung sowie Programmbudgets für die zur Gemeinschaft gehörenden Institute übernehmen. Bisher war der Wissenschaftsrat mit diesen Aufgaben betraut.
Im Rahmen der Tagung wird am heutigen Donnerstag Holger Boche mit dem diesjährigen Leibniz-Doktorandenpreis ausgezeichnet. Der 34 Jahre alte Ingenieur und Mathematiker aus Berlin erhält den mit 5000 Mark dotierten Preis nach Angaben der Leibniz-Gemeinschaft für seinen mathematischen Beitrag zur Mobilfunkentwicklung. Der Abteilungsleiter am Berliner Heinrich-Hertz-Institut für Nachrichtentechnik nimmt die Auszeichnung in Dresden entgegen.
Boche wird für seine "Untersuchungen zur Interpolation im Komplexen" geehrt. Seine mathematischen Resultate haben nach Einschätzung von Fachkollegen hohe praktische Bedeutung für die Weiterentwicklung der Mobilfunktechnik. Boches grundlegende Ergebnisse aus der so genannten komplexen Approximationstheorie machen deutlich, dass die Betreiber von Mobilfunknetzen der nächsten Generation kompliziertere Rechenverfahren und leistungsfähigere Computer einsetzen müssen als ursprünglich angenommen. (wst)